Sie sind hier: Startseite >> Projekte >> Naturschutz

Naturschutz

Wir wollen die charakteristische Eigenart und Vielfalt unserer Natur und Landschaft im PLENUM-Gebiet mit ihrer typischen Tier- und Pflanzenwelt pflegen und entwickeln und Beeinträchtigungen des Funktions- und Leistungsvermögens des Naturhaushalts reduzieren. Den hier lebenden Menschen und unseren Gästen soll dieses Naturraumpotential als eine besondere Standortqualität bewusst sein und vermittelt werden.

Der Naturschutznutzen ist bei allen PLENUM-Projekten direkt oder indirekt gegeben, bei größeren Fördersummen werden außerdem zusätzliche Naturschutzleistungen vereinbart.
Die im folgenden aufgeführten Projekte befassen sich mit Natur- und Artenschutz im engeren Sinne.

Rebhuhn-Schutzprojekt

Das Rebhuhn war vor wenigen Jahrzehnten noch alltäglicher Begleiter in der Feldflur und ist heute nur mit viel Glück noch in wenigen Gewannen im Landkreis Tübingen anzutreffen. Landesweit sind die Bestände des Rebhuhns drastisch eingebrochen.

Viele engagierte Jäger, Landwirte und Naturschützer setzen sich seit Jahren für das Rebhuhn ein. Auch VIELFALT e.V. bemüht sich gemeinsam mit diesen Akteuren und dem Landratsamt Tübingen darum, Maßnahmen für den Schutz und die Förderung des Rebhuhns und anderer typischer Feldvogelarten voranzubringen. Diese Bemühungen sind 2017 in ein Projekt des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen gemündet. Das Projekt bietet den organisatorischen Rahmen, um gezielt neue Maßnahmen zum Rebhuhnschutz zu konzipieren, zu beraten, zu bewerben und umzusetzen. Dies soll in enger Kooperation und durch die Vernetzung mit zahlreichen lokalen Akteuren gelingen. Die Maßnahmenumsetzung wird mit Erfolgskontrollen, einem Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Unmittelbares Ziel ist die von Landwirtschaftsbetrieben freiwillig und finanziell auskömmlich durchgeführte „Rebhuhn-freundliche“ Bewirtschaftung einer deutlich zunehmenden Zahl von Ackerflächen. Dabei werden mehrjährige Blühbrachen angelegt, die speziell auf die Ansprüche der seltenen Feldhühner angepasst sind (sogenannte "Göttinger Mischung"). In Kombination mit der regelmäßigen Pflege von Feldhecken, welche wichtige Rückzugsorte für Rebhühner darstellen, helfen diese Schutzmaßnahmen den Tieren ihren Bestand zu halten oder sogar zu erweitern.

Aktuelle Kartierergebnisse zeigen eine erfreuliche Bestandsentwicklung und deuten auf erste Erfolge der umgesetzten Maßnahmen hin. 2017 konnte sich der Bestand mit 34 Revieren auf dem (niedrigen) Niveau von 2015 halten. 2018 wurden bereits 61 Reviere innerhalb der Landkreisgrenze registriert. Ein toller Erfolg, der dazu ermuntert die Umsetzung der Maßnahmenkonzeption weiter voran zu bringen und dabei optimistisch nach vorne zu blicken!

Langfristig kann eine Gesamtpopulation jedoch erst ab einem Bestand von mehr als 250 Rebhühnern als gesichert gelten – gemeinsam gibt es also noch einiges zu tun.

Mehr über das Projekt finden Sie auf der Homepage des NABU Vogelschutzzentrums:
https://www.nabu-vogelschutzzentrum.de/projekte-partner/plenum-projekt-rebhuhn/

Auch auf Landesebene bewegt das Gemeinschaftsprojekt von LAZBW Wildforschungsstelle und Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. „Allianz für Niederwild“ viel Positives in Sachen Rebhuhnschutz. Nähere Infos zu diesem Projekt finden sich unter:
https://www.landesjagdverband.de/projekte/allianz-fuer-niederwild/das-projekt/

Beweidung auf naturschutzrelevanten Flächen durch VEbTiL

Ziegenbeweidung auf naturschutzrelevanten Flächen
Beweidung auf naturschutzrelevanten Flächen; © VIELFALT

Der VebTiL e.V. (Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume) ist seit über 30 Jahren im Artenschutz und in der Landschaftspflege tätig.
Der Verein bewirtschaftet im PLENUM – Gebiet über 5 ha artenreiches Grünland unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten.
Früher wurden die Flächen durch angepasste Mahdzeitpunkte gezielt maschinell ausgemagert, um die Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten. Wenn nötig wurden die Flächen entbuscht und dann ein- bis zweimal pro Jahr gemäht und der Grasschnitt abgeräumt. 2010/2011 hat der Verein begonnen die Pflege durch die Haltung von Schafen und Ziegen nachhaltiger zu gestalten. Die Herden werden gezielt für Pflegemaßnahmen im Bereich Natur- und Artenschutz eingesetzt – v. a. auf Flächen die für große Schäfereien zu klein. Zunächst wurden Schafnetze verwendet, die jedoch für die Ziegenhaltung und für unwegsames Gelände ungeeignet waren. Daher hat der Verein ein mobiles Litzenzaunsystem über die PLENUM-Förderung angeschafft.

Raufußkauz-Nistkästen

Im Waldgebiet zwischen Bodelshausen und Hirrlingen wurde der Raufußkauz (Aegolius funereus) festgestellt. Diese geschützte Vogelart hat das größte Brutvorkommen im Schwarzwald. Aufgrund der Waldstruktur ist das besagte Gebiet im Landkreis Tübingen für den Raufußkauz gut geeignet, verfügt jedoch über wenig Schwarzspechthöhlen, die der Raufußkauz als Bruthöhle benutzt.
Aus diesem Grund wurden 10 Nistkästen aufgehängt. Die Kästen werden jährlich kontrolliert und gereinigt, so dass Aussagen zum Bruterfolg gemacht werden können.

Seite drucken nach oben