Neue Milch- und Joghurtabfüllanlagen für den Birkenhof

Beim Pressetermin am 18.06.2026 auf dem Birkenhof wurde gezeigt, wie die PLENUM-Förderung ganz konkret die regionale Wertschöpfung und den Naturschutz zusammenbringt. Familie Schäfer erhält durch die Milchproduktion (zusammen mit den TüBio-Partnerbetrieben) naturschutzrelevantes Extensivgrünland im Landkreis Tübingen und damit unsere schöne Kulturlandschaft. Mit PLENUM-Zuschuss konnte deshalb eine neue Abfüllanlage für Milch angeschafft werden, welche die alte Tüten-Abfüllanlage ablöst und den Verkauf im Gebinde des Milchmanns-Lieferservices (Vielweg-Makrolonflaschen) ermöglicht. Zudem ergänzt eine Joghurtabfüllmaschine die Produktion und mechanisiert die bisher manuelle Abfüllung.
Gemeinsam für den Artenschutz in Baden-Württemberg

Um bedrohte Tierarten wie Vögel, Fledermäuse und Amphibien besser zu schützen, wurde 2023 die landesweite Artenschutzoffensive (ASO) ins Leben gerufen. Neben Schutzkonzepten stehen dabei vor allem konkrete Maßnahmen vor Ort im Mittelpunkt.
Damit erfolgreiche Projekte Schule machen und Herausforderungen gemeinsam angegangen werden können, trafen sich ASO-Beauftragte aus ganz Baden-Württemberg im Landkreis Tübingen zum fachlichen Austausch. Im Fokus standen zwei besonders gefährdete Artengruppen: Feldvögel und Amphibien.

📍 Kiebitzacker im AmmertalHier sorgen Wasserbüffel dafür, dass Wasserstellen und die umliegende Vegetation offen gehalten werden – ideale Bedingungen für den Kiebitz. Ergänzend sind punktuelle Gehölzentnahmen wichtig, damit der von den Vögeln bevorzugte Offenlandcharakter erhalten bleibt. Eine erfreuliche Nachricht: Die diesjährigen Jungvögel sind bereits früher ausgeflogen als in den vergangenen Jahren.
📍 Streimberg bei RottenburgDie vom Aussterben bedrohte Grauammer brütet bevorzugt in Wiesen und Weiden. Deshalb ist der Schutz dieser Flächen während der Brutzeit besonders wichtig. Buntbrachen, ungemähte Graswege und Wiesen bieten wertvolle Rückzugsorte. Gleichzeitig stellen Nesträuber wie Füchse und freilaufende Katzen eine zusätzliche Herausforderung für die ohnehin kleine und isolierte Population im Raum Rottenburg dar.
📍 Grundwiesenweiher in WurmlingenDer ehemals verlandete Tümpel wurde 2024 durch den Natur- und Vogelschutzverein saniert. Heute bietet er wieder Lebensraum für bedrohte Amphibienarten wie Molche und Frösche. Ein schönes Beispiel dafür, wie gezielte Maßnahmen wertvolle Lebensräume zurückbringen können.
Der Austausch vor Ort zeigt: Artenschutz lebt von Zusammenarbeit, Engagement und dem gemeinsamen Lernen voneinander.
Gläserne Produktion beim Obst- und Weinbauverein Unterjesingen

30 Besucher folgten der Einladung des Obst- und Weinbauvereins Unterjesingen am 12.06.2026 und blickten im Rahmen der Gläsernen Produktion hinter die Kulissen. Heinz Giringer, Winzer & Vorstand des Vereins, führte die Gruppe durch die Steillagen Unterjesingens und berichtete Spannendes über die Primärproduktion. An seinem Weinberg verkostete die Gruppe erste Qualitätsweine. Zurück in der Kelter präsentierte Maurice Leuschner, Winzer & zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, die Räumlichkeiten und Gerätschaften. Mitglieder des Vereins haben die Möglichkeit diese zu nutzen und so ihren Wein oder Most von der Traube bzw. Apfel/Birne, übers Fass bis in die Flasche mit Hilfe des Vereins zu bringen. Eine Übersicht dazu gibt es hier. VIELFALT e.V. freut sich im Rahmen mehrerer PLENUM-Förderprojekte bei der Anschaffung einiger dieser Gerätschaften sowie dem Bau der Gemeinschaftskelter unterstützt haben zu können! Zum Abschluss des Abends gab es weitere Qualitätsweine sowie Häppchen für die Besucher.
Angebote für Most-Interessierte: Betriebsbesichtigung bei Most Fläschle

Mit 22 Teilnehmern, darunter viele, die selbst Most produzieren, durften wir einen besonderen Blick hinter die Kulissen von Moritz Maisch in Kayh werfen. Ziel war es, je nach Vorwissen, herauszufinden, wie man einen fehlerfreien und leckeren Most macht bzw. der Austausch unter Kollegen. In der Mosterei des OGV Mönchberg hat uns der Betriebsinhaber sein Fachwissen geteilt und erklärt, wie aus Streuobst echter Qualitätsmost entsteht – vom Säuregehalt des Süßmostes über die Rolle der Vorklärung bis hin zu den Vorteilen von Reinzuchthefe. Spannende Einblicke, die zeigen, wie viel Knowhow und Sorgfalt in jedem einzelnen Schluck stecken! Das selbst erzeugte Bio-Streuobst wird zu Cider, Most und Secco ausgebaut.Beim anschließenden Hofbesuch in Kayh haben wir die Produkte direkt verkostet und uns weiter fachlich ausgetauscht. Als Mitglied der IG Schwäbischer Cider steht Most Fläschle für Qualität, die überzeugt. Kein Wunder, dass seine Produkte sogar im Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind! Vielen Dank für die Gastfreundschaft und dem Ministerium für Ländlichen Raum für die Förderung dieser Lehrfahrt.
Weitere Angebote für Most-Interessierte sind hier zu finden.
Abendlicher Streuobstwiesenspaziergang - Aprilwetter im Mai 🌦️

Obwohl schon Anfang Mai, zeigte sich das Wetter gestern Abend von seiner abwechslungsreichen Seite. Von Sonnenschein bis kräftigem Regen war für jeden was dabei.Rund 25 Interessierte trafen sich um 17:00 Uhr in den Streuobstwiesen von Kayh, um Spannendes rund um das Thema Streuobstwiesen zu hören.
Kern der Veranstaltung war das Projekt „A gmähts Wiesle“, welches zum Ziel hat, die Streuobstwiesen wieder in eine regelmäßige, professionelle Pflege zu überführen. Um so die Streuobstwiesen vor Verbuschung zu bewahren und als vielfältigen Lebensraum zu erhalten.Um dafür zu werben und Flächeneigentümer mit passenden Landwirten und Tierhaltern in Kontakt zu bringen, wurde auch in diesem Jahr ein abendlicher Wiesenspaziergang angeboten. Schäfer, Rinderhalter und weitere Bewirtschafter berichteten von ihrem Einsatz, das Grünland der Streuobstwiesen zu bewirtschaften.Eine Besonderheit war, dass wir uns auf Wegen zweier Landkreise bewegt haben. Zum einen auf Gemarkung Kayh (Landkreis Böblingen), zum anderen auf der Gemarkung Altingen (Landkreis Tübingen). Aus diesem Grund wurde die Veranstaltung auch gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Böblingen sowie dem Landratsamt Tübingen geplant und durchgeführt. Denn auch das Projekt „A gmähts Wiesle“ macht nicht Halt an der Kreisgrenze.
Um Muskeln und Hirn nach der 2,5-stündigen Runde zu stärken, gab es neben einem kleinen Vesper unter den Kastanienbäumen erfrischendes Mostschorle vom Streuobsthof Maisch sowie Böblinger Apfelschorle.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die durch fachliche Beiträge, Rückfragen oder konstruktive Kritik den Spaziergang bereichert haben.
Rückblick Frühlings-Regionalmarkt 2026 "So schmeckt Naturschutz im Landkreis Tübingen"

Am Samstag, den 25. April 2026, waren wir von 10 bis 18 Uhr gemeinsam mit acht Direktvermarkter:innen auf dem Frühlings-Regionalmarkt in Tübingen vertreten. An unserem Gemeinschaftsstand konnten Besucherinnen und Besucher eine vielfältige Auswahl regionaler Produkte entdecken und direkt mit den Erzeuger:innen ins Gespräch kommen. Mit dabei waren die Schäferei Wagner „Wurmlinger Weidelamm“ aus Rottenburg, die neben Fellen und Woll-Pellets auch Apfelsaft und Moscht von ihren eigenen Streuobstwiesen präsentierte. Sabine’s Gsälzladen aus Wankheim begeisterte mit köstlichen Fruchtaufstrichen, Gelees und Streuobstbränden. Die Hemmendorfer Weidelämmer boten eine Auswahl an Lammprodukten aus extensiver Tierhaltung an, darunter Pfefferbeißer, Landjäger und Lamm-Bolognese sowie Lamm-Bratwurst. Die Wollspinnerei Ulrike Kollmar aus Starzach stellte hochwertige Schafswolle, Schafsfellle, Schuheinlagen und Handstrickgarne vor. Weinbau Robbin aus Pfäffingen überzeugte mit exklusiven Perlweinen, Streuobstsaft und erlesenen Qualitätsweinen. Der Obst- und Gartenbauverein aus Mössingen präsentierte einen besonderen Gin aus Streuobst-Botanicals sowie Streuobstbrände und Co. FRIMA Wild- und Lammprodukte boten weitere Spezialitäten aus extensiver Tierhaltung an wie Schafsalami, Pfefferpeitschen aus Lamm und vielem mehr. Wer hier nach einem warmen Zwischensnack gesucht hat, konnte sich eine leckere frisch grbratene Lamm-Merguez im Weckle holen. Abgerundet wurde das Angebot durch Obstbau Walter Maier aus Reusten mit feinem Balsamessig, alkoholfreiem Secco, Most und Säften – alles aus Streuobst.
Der Markt bot eine wunderbare Gelegenheit, neue Produkte zu probieren, die Qualität heimischer Erzeugnisse zu erleben und den direkten Austausch mit den Produzentinnen und Produzenten zu genießen.Vielen Dank an alle, die uns besucht haben! 🧡
Neuer bwegt-Wanderweg zwischenTübingen und Rottenburg eröffnet - Natur, Mobilität und Naturschutz verbunden

Am Sonntag den 19 April wurde zwischen Tübingen und Rottenburg am Neckar ein neuer bwegt-Wanderweg feierlich eröffnet. Das vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg initiierte Konzept setzt dabei auf ein besonderes Prinzip: Statt klassischer Rundwanderwege verbinden die Strecken gezielt Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Damit ist eine klimafreundliche An- und Abreise jederzeit möglich - und auch unterwegs bleibt die Flexibilität, die Tour mit Bus und Bahn zu unterbrechen oder anzupassen.
Zur Eröffnung versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Region am Tübinger Busbahnhof. Begleitet wurde der Auftakt durch die Jugendkapelle des Musikvereins Derendingen sowie Grußworte unter anderem von Verkehrsminister Winfried Hermann, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Landrat Dr. Hendrik Bednarz und Christina Gsell von der WTG Rottenburg. Anschließend machten sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg über die neu beschilderte Route, die vom Schwäbischer Albverein eingerichtet wurde.
Entlang der Strecke am Spitzberg bot sich nicht nur ein eindrucksvolles Naturerlebnis, sondern auch zahlreiche Informationen zur einzigartigen Kulturlandschaft der Region. Der Standort zeichnet sich durch seine besondere geologische Geschichte aus: Über Millionen Jahre haben natürliche Erosionsprozesse und unterschiedliche Nutzungsformen die heutige Landschaft geformt.

Auch VIELFALT e.V. war bei der Eröffnung vertreten. Geschäftsführer Kolja Schümann vermittelte den interessierten Teilnehmenden anschaulich, was diese Landschaft so besonders macht - und warum ihr Schutz heute wichtiger denn je ist. Am Beispiel des Spitzbergs wurde deutlich, wie eng Naturgeschichte, menschliche Nutzung und biologische Vielfalt miteinander verwoben sind. Die Region zählt zu den artenreichsten Gebieten Baden-Württembergs. Für das Gebiet Kapellen- und Spitzberg sind rund 4.000 Tierarten und etwa 2.000 Pflanzenarten dokumentiert. Einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser Vielfalt leisten unter anderem die Naturschutzgebiete wie der Hirschauer Berg sowie die Einbindung in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.Im Verlauf der Veranstaltung wurde zudem deutlich, dass Naturschutz und nachhaltige Nutzung kein Widerspruch sind. Vielmehr entsteht langfristiger Schutz genau dort, wo Landschaft gepflegt und sinnvoll genutzt wird. Im Landkreis Tübingen wird dieser Ansatz seit vielen Jahren im Rahmen von PLENUM Landkreis Tübingen verfolgt. Nach dem Leitgedanken „Schützen durch nützen“ werden traditionelle Bewirtschaftungsformen unterstützt, regionale Wertschöpfung gestärkt und damit die Grundlage für den Erhalt der Kulturlandschaft gefördert.
Abgerundet wurde die Eröffnung mit regionalen Produkten und einem gemeinsamen Ausklang inmitten der Landschaft - ein passender Abschluss für einen Weg, der Mobilität, Naturerlebnis und Naturschutz auf besondere Weise verbindet.
Streuobst-Wikipedia bündelt Wissen zum Klimawandel

Wissen von Fachleuten auf Knopfdruck: Neun Organisationen aus Deutschland und Österreich, darunter Hochstamm Deutschland e.V., stellen ein gemeinsames Online-Nachschlagewerk bereit.
Hochstamm Deutschland e.V., die bundesweite gemeinnützige Plattform für den Streuobsterhalt, setzt sich aktiv dafür Streuobst zu erhalten und Ideen für dessen Weiterentwicklung zu liefern – vor allem durch Vernetzung und Austausch. Der Streuobstanbau, der seit 2021 offiziell als Immaterielles Kulturerbe anerkannt ist, steht durch den Klimawandel unter großem Druck. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter beobachten zunehmend die Folgen von Hitze und Trockenheit an den geschwächten Bäumen. Um diesem Bedarf an fundiertem und gesichertem Fachwissen gerecht zu werden, haben führende Streuobstorganisationen aus Deutschland und Österreich das Streuobst-Wiki ins Leben gerufen. Das neue, kostenlose Online-Nachschlagewerk ist nun online verfügbar.
Praxisnah und fundiert: Wissen für zukunftsfähige Bestände
Das Streuobst-Wiki stellt Wissen nach dem Vorbild von Wikipedia bereit und bietet Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern geprüfte Forschungsergebnisse und bewährte Praxiserfahrungen zum Thema Streuobst im Klimawandel im Überblick. Das Wiki liefert Praktikerinnen und Praktikern Informationen zu den Auswirkungen der Klimakrise, zu Baumarten, die besser mit Hitze oder Trockenheit zurechtkommen, zu spätblühenden Birnensorten oder auch Hilfestellungen bei der Sortenwahl. erhalten die Nutzerinnen und Nutzer die notwendigen Werkzeuge, um ihre Bestände zu pflegen und zukunftsfähig zu machen, damit diese weiterhin gesunde, regionale Lebensmittel hervorbringen und die Biodiversität erhalten bleibt. Zu allen Beiträgen gibt es dabei transparente Literaturangaben.
Das Wiki wächst mit der StreuobstgemeinschaftDie weitere Entwicklung des Streuobst-Wiki baut auf dem Schwarmwissen der gesamten Streuobstgemeinschaft auf. Es ist aber kein abgeschlossenes Werk, sondern lebt bewusst von den Beiträgen aus Praxis und Forschung. Alle, die ihr Fachwissen wollen, sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Die Autorinnen und Autoren stellen ihre Inhalte kostenlos zur Verfügung. Ein Redaktionsteam prüft neue Artikel, um die Qualität und Verlässlichkeit des Online-Nachschlagewerkes zu sichern.
Zusammenarbeit vieler Organisationen
Insgesamt neun Organisationen aus Deutschland und Österreich arbeiteten eng zusammen, um dieses umfassende Fachwissen zu bündeln. Hochstamm Deutschland e.V. war als einer der Partner an der Erarbeitung des Wikis beteiligt. Die Koordination Projekts übernahmen die Oberlausitz-Stiftung (Görlitz), der österreichische Verein ARCHE NOAH und die Stiftung IBZ St. Mari-enthal (Ostritz). Weiterhin waren beteiligt: Streuobst Österreich (Klosterneuburg), die BaumLand-Kampagne (Travenbrück), die Höhere Bundeslehranstalt und das Bundesamt für Wein- und Obstbau (Klosterneuburg) und die BUND Kreisgruppe Koblenz. Die Arbeit am Aufbau der Kategorien und die technische Realisierung wurden über das EU-Programm Erasmus+ finanziell gefördert.
Zum Streuobst-Wiki: https://streuobst-wiki.eu
Spannende Kulturlandschaftselemente im NSG Schönbuch-Westhang/Ammerbuch
Eine neu überarbeitete Reihe stellt zwölf Relikte vergangener Zeiten im Naturschutzgebiet Schönbuch-Westhang/Ammerbuch vor. Die informativen Texte verknüpfen geschichtliches mit z.T. aktueller Nutzung und Aspekten des Naturschutzes. Alle Ammerbucher finden die Reihe zeitnah im Amtsblatt. Für alle anderen Interessierten lohnt sich ein Blick auf die Seite des Bürgervereins Ammerbuch e.V.Folgende Themen erwarten Sie:
- Burg Müneck
- Alt-Weinberge bei Pfäffingen
- Schwarzenburg bei Entringen: Burg oder Steinbruch?
- Ausgemergelten Weinbergen hilft nur Mergel: Die Herdsteige bei Entringen
- Ein alter Weiher im Rammertäle
- Wie kommt der Gips ins Ammertal? Gipsbruch bei Entringen
- Ein Fenster ins Innere des Schönbuch-Daches: Stubensandsteinbruch am Schönbuchspitz
- Einmal Tübingen und zurück: Der "Tübinger Weg" bei Entringen
- Was alles hinter einer Mulde steckt: Die Lehmgrube im Gewann "Im Hohen"
- Das Land, wo die Apfelbäume blühen: Streuobstwiesen am Schönbuchtrauf
- Eine Bank, aber doch nicht zum sitzen: Die Ruhbank an der Weißen Steige
- Ein weißer Weg? Die Weiße Steige bei Breitenholz
Unser Geheimtipp: Nach der Lektüre ein kleines Abenteuer starten und die Elemente in der Landschaft (be)suchen. 🥾
Viel Freude beim Entdecken der Heimat!
Gemeinsam für gesunde Streuobstwiesen 🍎🌿
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Der Natur- und Vogelschutzverein Wurmlingen e.V. (NVSV) und VIELFALT e.V. haben erneut zur Mistel-Schnittaktion am Pfaffenberg aufgerufen und viele fleißige Hände waren mit dabei.
Unter der fachkundigen Anleitung von Kreisobstbauberater Joachim Löckelt rückten Vereinsmitglieder und Helfer den teils massiven Mistelbefall auf einem großen Flurstück zu Leibe. Ein Dutzend Obstbäume wurde vollständig von Misteln befreit - baumschonend, sicher und hochprofessionell.Trotz eisigem Wind herrschte eine super entspannte und motivierte Stimmung. Alle waren mit Freude dabei und leisteten ihren Beitrag zum Erhalt der wertvollen Wurmlinger Streuobstwiesen. Als kleines Dankeschön durften alle Teilnehmenden ihren Lieblingsmistelzweig für die Adventszeit mitnehmen. Die übrigen Misteln gingen als Spende an den Jugendchor Wurmlingen e.V., der sie beim Adventsmarkt vor der St. Briccius-Kirche verkaufte.
Dies war bereits die 2. Schnittaktion im Jahr 2025, mit der wir gemeinsam die Ausbreitung der Mistel eindämmen denn: Die Mistel ist ein Halbschmarotzer und entzieht Obstbäumen dauerhaft Wasser und Nährstoffe, was deren Vitalität erheblich schwächt.
Danke an alle, die mit angepackt haben! Gemeinsam schützen wir unsere Natur.
Eröffnung der Kelter des Obst- und Weinbauvereins Unterjesingen

Am 27. Juni eröffnete der Obst- und Weinbauverein Unterjesingen die neue Gemeinschaftskelter offiziell im Beisein zahlreicher Unterstützer und Förderer. In das Projekt flossen über 2.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden sowie finanzielle Zuschüsse und Spenden: 172.000 Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, 80.000 Euro vom Obst- und Weinbauverein selbst, 80.000 Euro aus privaten Darlehen, 60.000 Euro von der Stadt Tübingen und 23.000 Euro aus Spenden. Mit der neuen Kelter profitieren die über 180 Mitglieder des Vereins künftig von einer zentralen Anlaufstelle zur Verarbeitung von Weintrauben aus dem Steillagenweinbau und Streuobst. Die Räume bieten Verarbeitungs- und Pflegegeräte sowie Lagerplatz. Zudem wird die Wissensvermittlung betont, um Nachwuchswinzer zu fördern und Netzwerke zu bilden. Der Weinbaupräsident Dietrich Rembold verlieh dem Projektleiter und Vereinsvorstand, Heinz Giringer, die Goldene Ehrennadel. Am 28. Juni fand ein Weinfest mit Regionalmarkt für die Öffentlichkeit statt. Partner und Direktvermarkter aus dem Landkreis boten den Besuchern diverse Produkte an, von Bränden und Gemüse über Lammwurst und Fruchtaufstriche bis zu Eis und vielem mehr. Ein Highlight war das Kochmobil des Naturparks Südschwarzwald, das Kindern das Kochen näherbrachte. Die Archeschäferei und der Lernort Natur der Kreisjägervereinigung Tübingen stellten spannende Mitmachaktionen zur Verfügung. Ein herzlicher Dank geht an alle Aussteller und Helfer!
🌼🐝🌳 Wiesenspaziergang Unterjesingen 🌳🐝🌼

Gut 30 Streuobstaktive waren am 3. Juni zu einem gemeinsamen Spaziergang durch die Unterjesinger Streuobstwiesen gekommen. Eingeladen hatte der Verein VIELFALT e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Tübingen und dem Obst- und Weinbauverein Unterjesingen (OWVU). Mit dem Projekt „A gmäht’s Wiesle“ wird seit 2021 versucht, private Stücklesbesitzer mit Landwirt*innen und anderen Flächenbewirtschafter*innen zusammen zu bringen. Die Idee ist einfach, die Umsetzung nicht ganz. Nähere Infos zum Projekt hier.Warum man den ganzen Aufwand betreibt, wurde gleich zu Beginn betont. „Die Schönbuchhänge zwischen Tübingen und Herrenberg mit ihren blumenbunten Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Kulturlandschaften Europas“, so Kolja Schümann, Geschäftsführer bei VIELFALT e.V. Um solche einzigartigen Landschaften sowie Tier- und Vogelarten zu schützen, rief die Europäische Union im Jahr 1992 die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ins Leben, durch welche sich die Mitgliedsstaaten verpflichteten, ihre jeweiligen artenreichen Gebiete unter Schutz zu stellen. So wurden auch die Schönbuchhänge bei Unterjesingen als FFH-Gebiet und als Vogelschutzgebiet ausgerufen.Durch die klassische Zweischnitt-Nutzung als Winterfutter sind diese blumenbunten Wiesen entstanden, die heute im EU-Sprech FFH-Mähwiese heißen und ihren Verbreitungsschwerpunkt in Baden-Württemberg haben. Für solche Wiesen gelte ein strenges Verschlechterungsverbot, so Ralf Wegerer von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Tübingen. Bei Unterjesingen haben sich seit der Schutzgebietsausweisung vor 20 Jahren leider viele solcher Wiesen durch Nutzungsänderung verschlechtert. Grund dafür sind verschiedenste Faktoren. Meist verschwindet dann die Blumenvielfalt und Gräser nehmen Überhand. Diese artenarmen Wiesen, sog. Verlustflächen, können nur durch eine traditionelle Mahd mit Abräumen oder durch eine professionelle Beweidung wieder zur blütenbunten Heimat von Schmetterlingen, Wildbienen und Heuschrecken werden.Doch wie schaffen es die Besitzer*innen der Grundstücke nun, ihre Wiesen wieder artenreich zu bekommen? Darum sollte es beim Spaziergang gehen.Ein Stopp führte die Gruppe zu einem blumenbunten Obststückle, welches sich typisch länglich und schmal, von Rainen eingeengt, von den benachbarten Stücken absetzt. Solche artenreichen FFH-Mähwiese beherbergen ca. 40 Kräuter- und Gräserarten und sind ein anschauliches Positivbeispiel, wie Ralf Wegerer aufzeigte. Glücklicherweise funktioniert hier die Zusammenarbeit zwischen der Besitzerin und einem örtlichen Landwirt ausgezeichnet. Ein Positivbeispiel, das Schule machen darf.Es wurde aber auch deutlich, dass nicht immer eine solche Kooperation entstehen kann. Niederstämmige Bäume und ein zu dichter Baumabstand mit oft tiefhängenden Ästen stehen der Bewirtschaftung mit Traktor, Mähgerät und Ladewagen im wahrsten Sinne des Wortes oft im Wege. Zudem ist es als Betrieb ohne eigene Nutztiere eine große Herausforderung, das Heu dann loszubekommen. Alternative Verwertungsformen sollen daher im Rahmen des Projekts perspektivisch erprobt werden.Im Gewann „Hegnabrunn“ werden private Grundstücke von einem Schäfer beweidet. Die Schafe kommen auf den steilen Flächen sehr viel besser zwischen den Bäumen hindurch als Maschinen. Da der Aufwand für eine solche Beweidung oder die maschinelle Bewirtschaftung sehr groß ist, kann dies im Rahmen des Modellprojektes in gewissem Umfang durch Naturschutz-Fördermittel ausgeglichen werden.Dass dieser besondere Lebensraum aber auch für Tiere sehr bedeutsam ist, erläuterte die Biodiversitätsberaterin des Kreises, Isabel Möhrle. Anschaulich verdeutlichte sie dies an den Beispielen von Wendehals, Hirschkäfer und Bechsteinfledermaus. Arten, die auf die strukturreichen Streuobstwiesen angewiesen sind und bei Unterjesingen nachgewiesen werden konnten. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich auch viele Eigentümer*innen auf ihren Wiesen wohl fühlen. Die Schönbuchhänge bei Unterjesingen sind allerdings auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, wodurch die Errichtung baulicher Anlagen, z.B. von Hütten und Zäunen, in der Regel nicht erlaubt ist. Zudem sind in Baden-Württemberg Obstwiesen-Gebiete ab einer Größe von 1.500 m² gesondert geschützt.Zum Abschluss versammelte sich die Gruppe nach zweistündigem Spaziergang im Vereinsgarten des OWVU. Dort gab es eine kleine Stärkung, u.a. mit besonderen Getränken made in Unterjesingen. Zudem konnte noch der Balkenmäher inkl. Bandrechen des OWVU betrachtet werden. Diesen hat sich der Verein angeschafft, um seinen Mitgliedern mit der Ausleihe des Geräts eine naturschutzkonforme Mahd zu ermöglichen. Auch an vielen Stellen der gemeinsamen Route verdeutlichte Heinz Giringer das bemerkenswerte Engagement des OWVU. An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank für das wertvolle Engagement des OWVU.
Feierliche Eröffnung der Pyrolyseanlage der Arbeit in Selbsthilfe am Kastanienhof in Bodelshausen
Am Freitag, den 9.5.2025 wurde nach zahlreichen Jahren der Planung und rund einem Jahr Bau die Pyrolyseanlage zur Produktion von Pflanzenkohle in Betrieb genommen (nun steigt Rauch aus dem Schornstein auf). Diesen Moment der Freude hat ein großer Kreis von Mitstreitern und Förderern mit der AiS geteilt. Anwesend waren unter anderem Wolfgang Welte (Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Kbf), Marcus Hölz (Geschäftsführer der AiS), Landrat Joachim Walter (zugleich Vorstand von VIELFALT e.V. und somit von PLENUM im Landkreis Tübingen), Kolja Schümann (Geschäftsführer von VIELFALT e.V.), das Netzwerk Streuobst Mössingen e.V. (lieferten bereits 2014 im Rahmen des Projektes "Energiebündel und Flower Power" die Grundidee für das Heizkonzept) insbesondere Dieter Neth und Sabine Mall-Eder, Dr. Sibylle Kiefer (Abteilungsleiterin Abfallwirtschaftsbetriebe Landkreis Tübingen), Bürgermeister Florian King und Bürgermeister Michael Bulander, Vertreter des Maschinenrings, Prof. Dr. Michael Weiß vom Steinbeis Institut (Kooperationspartner für die Herstellung des "Edeldüngers" aus Rohkohle, Kompost & Wurzelpilzen) und viele mehr.
Das Förderprogramm PLENUM konnte die Anschaffung der Pyrolyseanlage mit 68.000 € bezuschussen, worauf wir sehr stolz sind!
Pro Jahr sollen 3.000 l Hackschnitzel aus der Landschaftspflege zu Pflanzenkohle verwertet werden. Ein Großteil hiervon wird von Streuobstwiese der Umgebung und trägt somit zum Erhalt dieser bei. Die Abwärme wird zur Hälfte für das Beheizen der Wohnhäuser, Gewächshäuser usw. am Kastanienhof genutzt. Die andere Hälfte trocknet das Hackschnitzel vor. Am Kastanienhof entsteht eine Einsparung von 360 t CO2 dank der Pflanzenkohleproduktion (6.000 Betriebsstunden Der Pyrolyseanlage pro Jahr). Thorsten Schelling ist zuständig für den reibungslosen Betrieb.Pro Tag werden rund 1,5 Kubik Rohkohle hergestellt. Ab Herbst soll diese teilweise zu einem "Edeldünger" weiterveredelt werden.Die AiS schafft mit diesem Vorhaben sechs nene inklusive Arbeitsplätze!
WissensGenuss: Von verschwundenen Äckern und Baumriesen

Sonnenschein und Vogelgezwitscher erwartete am vergangenen Sonntag (27.04.2025) die Besucher des Hagellocher Blütenfestes. Dementsprechend groß war auch das Interesse an den beiden geführten WissensGenuss-Spaziergängen. Jeweils für ca. zwei Stunden ging es in die Landschaft rund um Hagelloch, um dort spannende Relikte früherer Nutzung zu entdecken. Im Rahmen einer PLENUM-geförderten Studie der Uni Tübingen erforschte Herr Dr. Morrissey das Gebiet auf Elemente (meist) vergangener Kulturlandschaft. Die spannenden Ergebnisse zeigte er dann direkt vor Ort. Wer kennt den Grenzwall im Wald oberhalb der Panoramastraße? Oder weiß, warum die Streuobstwiesen so gewölbt sind? Und was hat es damit auf sich, dass in Hagelloch die Gelmöstler-Birne so häufig vorkommt? Und woher kommt die große Geländekante beim Schafstall?All diese rätselhaften Dinge wurden von Herrn Dr. Morrissey und Herrn Gugel in zwei sehr kurzweiligen Spaziergängen beleuchtet. Und eines ist sicher: Die Teilnehmenden werden künftig mit ganz anderen Augen durch die Landschaft gehen!Um auch den Genuss nicht zu kurz kommen zu lassen, konnten sich alle im Nachgang an den tollen, regionalen Leckereien erfreuen, die die Hagellocher Vereine auf die Beine gestellt hatten. Von Honigbraten über Linsen und Bärlauchwurst bis zur Birnenwurst - passend zum Spaziergang - war alles dabei. Ein herzlicher Dank geht an Herr Lack, Herr Gugel und Herr Dr. Morrissey für Möglichkeit, diese spannende WissensGenuss-Veranstaltung durchführen zu können! ☀🌼🌳🐦🐝
Starke Aktion auch ohne Zaubertrank
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Die Misteln sind bekanntlich für den Zaubertrank von Druide Miraculix eine unverzichtbare Zutat. Den aufständischen Galliern rund um Asterix und Obelix verleiht der Trank übermenschliche Kräfte und schützt das aufständische Gallier-Dorf vor der Übermacht der Römer. Ganz anders verhält es sich mit der Wirkung von Misteln, wenn sie einzelne Laubbaumarten und in unseren Streuobstwiesen vor allem bestimmte Apfelsorten befallen. Ist ein Baum stark betroffen und wird nicht von den Halbschmarotzern befreit, ist er über kurz oder lang dem Tode geweiht. Noch dazu kann er zum Superspreader und Ausgangspunkt eines großflächigen Mistelbefalls in ganzen Streuobstgewannen werden. Dass dies nicht sein muss und dass Panik nicht der richtige Ratgeber ist, zeigte eine Gemeinschaftsaktion von Natur- und Vogelschutzverein Wurmlingen e.V. (NVSV), Landratsamt Tübingen und VIELFALT e.V. (Landschaftserhaltungsverband im Landkreis Tübingen) am vergangenen Freitag (31.01.2025).Der Einladung waren gut 10 sehr interessierte und engagierte Streuobstfreundinnen und -freunde gefolgt, die nach der fachlichen und praktischen Einführung durch Joachim Löckelt, Kreisobstbauberater im Landkreis Tübingen, zur Tat schritten. Als hätten sie vom gallischen Wundergesöff getrunken, wurden innerhalb von knapp drei Stunden auf zwei Flurstücken zahlreiche Apfelbäume von Misteln befreit. Die unterschiedlichen Befallsstadien konnten anschaulich erklärt werden und die Teilnehmenden wissen nun, wie dem Baum in der jeweiligen Phase richtig zu helfen ist. Die Gemeinschaftsaktion hat uns viel Spaß gemacht und das Beste ist, dass auch mit dem legendären Bratapfel-Tee von Verena Kienzler richtig was geschafft wurde – es muss nicht immer gleich Zaubertrank sein.Allen Teilnehmenden herzlichen Dank!
Erste Jungmost-Probe im Landkreis Tübingen: Ein inspirierendes Treffen der Direktvermarkter
Im Dezember 2024 fand im Landkreis Tübingen die erste Jungmost-Probe in kleiner Runde statt, initiiert von VIELFALT e.V. Drei engagierte Direktvermarkter kamen zusammen, um ihre jungen Apfelweine zu präsentieren und sensorisch zu untersuchen.Die Teilnehmer waren: Gerhard Helle von "Feines aus alten Sorten", Rainer Broch von der "Manufaktur Broch", Christian Schmid vom "Streuobstgut Tübingen", der Kreisobstbauberater des Landkreises Tübingen, Joachim Löckelt, und PLENUM-Regionalmanagerin Andrea Kopper.Bei diesem besonderen Treffen haben wir zuerst selbst versucht, die Proben auszuwerten, bevor wir unsere Ergebnisse mit den Auswertungen von Sensorikwissenschaftlerin Christine Brugger verglichen, die die Proben vorab untersucht und uns ihre Ergebnisse zugeschickt hatte. Die Direktvermarkter teilten zudem wertvolle Einblicke in ihre Ernte- und Verarbeitungsschritte, was es ermöglichte, Rückschlüsse auf die vorliegenden Geruchs- und Geschmackseindrücke zu ziehen.Die Veranstaltung war nicht nur eine Bereicherung für alle Beteiligten, sondern auch eine Quelle der Inspiration. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für ihre wertvollen Beiträge! Wir freuen uns bereits auf das nächste Treffen im Jahr 2025, wenn die Apfelweine aus der aktuellen Ernte gereift sind und wir neue Geschmackserlebnisse entdecken können.
Neue Maßnahmen im Feldvogelschutz – Kooperationsprojekt KLeVer präsentiert Ergebnisse aus knapp 2 Jahren Feldforschung

Bei Rottenburg öffnet sich das enge Neckartal in Richtung Tübingen zu einer breiten Ebene. In dieser weiträumig offenen und strukturreichen Feldflur liegen die Verbreitungszentren mehrerer Vogelarten des Offenlandes, wie Feldlerche, Grauammer und Rebhuhn. Dort ist der Anteil an ökologisch bewirtschafteten Äckern besonders hoch. Dennoch sind die genannten Feldvögel auch hier aus unterschiedlichen Gründen stark bedroht.
Für den Ökolandbau ist der Luzerne- und Kleegrasanbau u.a. in Hinblick auf die Beikrautunterdrückung und Stickstoffbindung im Boden ein wertvolles Glied in einer vielfältigen Fruchtfolge. Bedauerlicherweise birgt aber gerade diese Kultur zusätzliche Risiken für den Reproduktionserfolg gefährdeter Feldvögel. Für bodenbrütende Feldvögel bieten Luzerne- und Kleegrasäcker aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften hochattraktive Brutstandorte und laden somit zum Nestbau ein. Diese Konzentration von Bruten bringt aufgrund häufiger Bearbeitungsgänge (Ernte oder Mulchen) in der regulären Bewirtschaftung jedoch unweigerlich hohe Brutverluste von ca. 70 % mit sich. Derartige Verlustraten sind für die fragilen Bestände von Feldlerche, Grauammer und Rebhuhn auch im Neckartal und angrenzenden Gebieten höchst problematisch.
Im Kooperationsprojekt „Kleegras und Luzerne im Ökolandbau: Maßnahmen zur Vereinbarkeit mit dem Schutz gefährdeter Feldvögel“ (KLeVer) haben daher Landwirtschaft und Forschung gemeinsam neue Schutzmaßnahmen für Feldvögel im Luzerne- und Kleegrasanbau erprobt, die helfen sollen, diese „Falleneffekte“ zu reduzieren. Aufwendige Freilandversuche haben erste Erkenntnisse erbracht, die knapp 40 interessierten Gästen am Freitag, den 11. Oktober 2024, im Landratsamt Tübingen vorgestellt wurden.
Dabei ging es u.a. um die Wirksamkeit von über- oder zweijährigen Schutzstreifen mit einer Breite von mindestens 20 Metern, veränderte Schnitthöhen und einer Mahdruhe von 10 Wochen während der Brutzeit im Kleegras- und Luzerneanbau. Für diese und andere Maßnahmen wurden die möglichen Schutz- und Lenkungsfunktionen für Feldlerche, Grauammer und Rebhuhn untersucht. Gegenstand der Untersuchungen waren weiterhin die betrieblichen Auswirkungen bspw. mit Blick auf das Aufkommen von Beikräutern, die Aktivitätsdichte von Feldmäusen und die betriebliche Umsetzbarkeit insgesamt.
Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass mehrjährige Schutzstreifen vor allem geeignet sind, die Brutverluste von Grauammer- und Rebhuhn zu reduzieren. Die Lenkungsfunktion, mit der die seltenen Brutvögel aus der regulär bewirtschafteten Fläche in diese Schutzstreifen gelockt werden sollen, gilt es in weiteren Praxisversuchen zu optimieren und an die Ansprüche der Zielarten anzupassen.
Für die Feldlerche wurden der Hochschnitt – also Mahd in ca. 14 cm Höhe – und eine Mahdruhe von 10 Wochen während der Brutzeit als erfolgversprechend eingestuft. Bei der Hochmahd mit einem Doppelmessermähwerk ist wiederum wichtig, das Mahdgut liegen zu lassen und Gelege oder Jungvögel nicht in nachfolgenden Arbeitsgängen einem Tötungsrisiko auszusetzen.
Die Projektgruppe, zu der neben der Universität Tübingen der Ernährungsrat Tübingen, das Hofgut Martinsberg Rottenburg, der Verein VIELFALT als Landschaftserhaltungsverband Tübingen und das Landschaftsökologische Planungsbüro Geissler-Strobel gehören, betonte mehrfach, dass ohne die bemerkenswert hohe Bereitschaft der beteiligten Landwirte eine so umfangreiche Erprobung zielführender Maßnahmen zur Verringerung der Feldvogelverluste nicht möglich gewesen wäre.
Dieser Umstand stimmte dann auch optimistisch, dass es gelingen kann, solche Schutzmaßnahmen im Luzerne- und Kleegrasanbau künftig in den Agrarförderprogrammen so zu verankern, dass sie bei angemessener Vergütung auch Eingang in die Praxis finden. Welche Anforderungen hinsichtlich der Integration bspw. in das baden-württembergische Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT II) bestehen, wurde auf der Grundlage des fachlichen Inputs von Vera Brosche, beim Regierungspräsidium Tübingen für das BiodivNetz Baden-Württemberg zuständig, auch in der gemeinsamen Diskussion aufgegriffen. Man war sich einig, dass höchste fachliche und zeitliche Priorität besteht für die Umsetzung erfolgversprechender Schutzmaßnahmen für Feldvögel im Luzerne- und Kleegrasanbau.
Wie wichtig der Schutz dieser Arten ist, hatte eingangs bereits die Erste Landesbeamtin des Landkreises Tübingen, Dr. Daniela Hüttig, in ihrem Grußwort mit Blick auf die landes-, bundes- und europaweiten Bestandsentwicklungen der Feldvögel betont. Die Bestandszahlen der Feldvögel sind seit Jahren im freien Fall. Bei manchen Arten werden Rückgänge von 90 % verzeichnet. So gehört der Gesang der Feldlerche leider längst nicht mehr überall zur typischen Sommerakustik auf dem Feld. Im Landkreis Tübingen kann man Dank der intensiven Schutzbemühungen der letzten Jahre und des tollen Engagements vieler Landwirte und Naturschützer diese besonderen Naturerlebnisse noch genießen. Hierauf will man gemeinsam aufbauen.
Spaziergang zu seltenen Ackerwildkräutern in Belsen: Auf den Spuren von Mohn-Prinzessinnen und verblutenden Schönlingen
Nein, es gehe nicht in erster Linie um Küchen- und Heilkräuter, sondern um den Schutz von seltenen Pflanzen im Acker, wie Thorsten Teichert vom Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. gleich zu Beginn der Veranstaltung ankündigte. Der Verein, der im Landkreis Tübingen zusammen mit dem Landratsamt Projekte an der Schnittstelle zwischen Naturschutz und Landwirtschaft betreut, hatte am vergangenen Freitag zu einem Spaziergang eingeladen, um einige der gefährdeten Pflanzen kennenzulernen. Aber Sigrid Pohl, Expertin für Ackerwildkräuter im Auftrag des Regierungspräsidiums, schaffte es, unterhaltsam den Artenschutz mit Küche und Volksmedizin zu verbinden. Weit über 30 Interessierte („die größte Gruppe, die ich jemals hatte“) führte sie in die Felder am südlichen Ortsrand von Belsen. Dort engagieren sich vier landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Feldern für den Artenschutz. In Verträgen mit dem Land wurden die Auflagen zum Schutz der Pflanzen sowie die finanziellen Entschädigungen festgelegt.
Seit Anbeginn des Ackerbaus werde der Mensch begleitet durch Pflanzen, die sich an die jährlichen Bewirtschaftungsrhythmen angepasst haben – „Unkraut“ eben, wie Pohl erklärte. Das gekaufte Saatgut ist inzwischen aber perfekt von Beimischungen gereinigt, die Bewirtschaftung wurde auf höhere Erträge optimiert, Unkrautbekämpfungsmittel wurden erfunden, die Getreidebestände wurden dichter und unter dem wachsamen Auge der Bürokratie muss der Bauer heute bis zum Feldrand exakt arbeiten – mit dem Nebeneffekt, dass einige der einst ungeliebten Begleiter vor dem Aussterben stehen.Hier in Belsen hat die Botanikerin noch viele Arten gefunden und kann den Besucherinnen und Besuchern einige zeigen: vom leuchtend blauen Acker-Rittersporn bis zum unscheinbaren, aber vom Aussterben bedrohten Venuskamm, vom schmackhaften Rain-Kohl bis zur hochgiftigen Hundspetersilie.Manche tragen ihre Heilwirkung im Namen, wie der Acker-Zahntrost, bei anderen waren tragische Geschichten Namensgeber: das rote Adonisröschen wächst nach dem altgriechischen Heldenepos dort, wo die Blutstropfen des ermordeten Adonis, Inbegriff männlicher Schönheit, zu Boden fielen.Für große Augen bei Kindern und Erwachsenen sorgte das Bastel-Kunststück der Mohn-Prinzessin, die Pohl aus einer Mohn-Samenkapsel und einer Mohnblütenknospe mit leuchtend rotem Blütenblätter-Kleid formte.Nach eineinhalb kurzweiligen und informativen Stunden konnte Thorsten Teichert sich herzlich bei Sigrid Pohl und den teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten für Ihr Engagement bedanken und anschließend noch zu einem kleinen Vesper mit regionalen Leckereien einladen. Es spricht für den Abend, dass viele trotz beginnendem EM-Eröffnungsspiel bis in die Abenddämmerung hinein noch blieben.
🌟VIELFALT-Adventskalender🌟

In diesem Jahr erwartet euch ein ganz besonderer Adventskalender voller Vielfalt! Auf unserem Instagram-Profil verbergen sich hinter 24 Türchen exquisite PLENUM-Produkte, die nicht nur euren Gaumen verwöhnen, sondern auch der Natur zugutekommen.
Wann habt ihr zuletzt etwas Köstliches genossen und dabei das wunderbare Gefühl verspürt, sowohl euch selbst als auch unserer Erde etwas Gutes zu tun? Mit PLENUM-Produkten ist das ganz einfach möglich!
Mit Fördergeldern werden unter anderem land-wirtschaftliche Betriebe unterstützt, die Naturschutzziele z.B. auf Äckern, Wiesen und Weiden durch schonende Bewirtschaftung oder Pflege praktisch umsetzen. In der Geschäftsstelle von PLENUM Landkreis Tübingen arbeiten wir eng mit Erzeuger*innen zusammen, deren Produkte folgende Grundanforderungen erfüllen:
🌟Mindesten 15 % Extensivfläche oder Biotope🌟Erzeugung im Landkreis Tübingen🌟Gentechnikfreiheit
So entstehen im Landkreis Tübingen eine Vielzahl hochwertiger Produkte, von Edelbränden über Qualitätsmehle bis hin zu zartem Lammfleisch, die nicht nur durch ihre Regionalität bestechen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.
Unser Motto lautet: „Schützen durch Nützen“. Viele dieser Produkte sind bereits sehr beliebt und altbewährt. Bisher konntet ihr sie meist direkt ab Hof erwerben, doch wir setzen uns dafür ein, dass sie noch näher zu euch kommen. Durch die Unterstützung immer neuer Verkaufsstellen verkürzen wir die Wege zum Genuss und ermöglichen es euch, aktiv zum Naturschutz beizutragen.
Freut euch auf 24 spannende Türchen, die nicht nur PLENUM-Produkte enthüllen, sondern auch die Geschichten dahinter – welcher Naturschutzwert steckt darin, welche Arten profitieren und wo ihr die Produkte erwerben könnt. Lasst uns gemeinsam die Vorweihnachtszeit genießen und dabei Gutes tun! 🎄✨
Regional ist genial - der Frühlings-Regionalmarkt in Tübingen

So schmeckt Naturschutz!
Ende April fand in Tübingen der Regionalmarkt statt, bei dem der Verein VIELFALT zusammen mit fünf Direktvermarktern vertreten war. Der Gemeinschaftsstand am Holzmarkt präsentierte eine breite Palette an PLENUM-Produkten und bot den Besuchern eine Vielzahl regionaler Köstlichkeiten.
🍷🍇 Weinbau Robbin's Kelter
🥂🍎 Feines aus alten Sorten - Gerhard Helle
🍷🍇 Ökologischer Weinbau Thomas Speer
🥃🍎 Brennerei Steinhilber
🐑🦌 FRIMA Wild- und Lammspezialitäten
Ein Highlight war auch die Ausstellung zum Thema „Tiere der Streuobstwiese“, die zwischen 10:00 und 13:00 Uhr stattfand. Eine beeindruckende Sammlung von Exponaten, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprachen gab den Besuchern die Gelegenheit, mehr über die Tierwelt der Streuobstwiesen zu erfahren. Darüber hinaus konnten die Besucher um 15:00 und 16:00 Uhr an angeleiteten Verkostungen ausgewählter Mostprodukte teilnehmen, um die Vielfalt und Qualität regionaler Produkte zu erleben. Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg und trug dazu bei, das Bewusstsein für regionale Produkte und die Bedeutung des Naturschutzes zu stärken.
Schön war´s!

Apfelfest 2023 – und auch VIELFALT war wieder dabei!

Leckere Cocktails in der Schmetterlingswelt genießen
Wer auf dem trubeligen und sehr gut besuchten Apfelfest mal etwas Ruhe suchte, fand sie bei VIELFALT e.V. in der Schmetterlingswelt.
Anlässlich des 17. Mössinger Apfelfestes am 1. Oktober präsentierte der Verein im Panoramazimmer der PAUSA-Tonnenhalle eine Schmetterlingsausstellung in Kooperation mit dem Netzwerk Streuobst Mössingen e.V.
Zahlreiche Besucher*innen nutzen das Informationsangebot von VIELFALT e.V. und zeigten sich sehr interessiert an der BUND-Wanderausstellung „Lebensräume der Schmetterlinge“.
Mit zehn Stellwänden konnte jede*r sein Wissen darüber auffrischen, was wir tun können, um die Lebensräume dieser faszinierenden Tiere zu erhalten und was sie für ihre Entwicklung benötigen.
Natürlich durften - passend zum Apfelfest - auch nicht diejenigen Tagfalterarten fehlen, die für unsere Streuobstwiesen charakteristisch sind: Aurorafalter (Anthocharis cardamines), Schachbrett (Melanargia galathea), Tagpfauenauge (Inachis io) und Admiral (Vanessa atalanta), der aktuell besonders gern an bereits gärenden Früchten anzutreffen ist 😊 Zahlreiche spannende Infos zum Nachlesen findet man zum Beispiel unter https://www.bund-bawue.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlingsland-baden-wuerttemberg/
Ebenfalls in den Genuss unsrer regionalen Streuobstwiesen durften auch die Besucher*innen kommen: Ein Highlight der Ausstellung waren nämlich die liebevoll zubereiteten Cocktails, die nicht nur für die gewünschte Entschleunigung, sondern auch für Erfrischung sorgten. Denn bei den sommerlichen Temperaturen war es gut, dass dem Team von VIELFALT e.V. das Eis für die kalten Streuobstdrinks nicht ausging.
Aber auch für die kleinen Gäste war neben dem alkoholfreien Cocktail „Kleiner Fuchs“ (für die Erwachsenen gab es auch noch den ausgewachsenen Bruder „Großer Fuchs“ zur Wahl) einiges geboten. Rätsel, Spiele, ein Fotopoint und eine Leseecke mit der Raupe Nimmersatt konnten entdeckt werden, während unter Anleitung der VIELFALT-Mitarbeiter*innen auch zahlreiche Papier-Schmetterlinge gebastelt wurden.
Somit schließt sich dann der Kreis, denn der Lebensraum Streuobstwiese ist eben nicht nur Grundlage für die köstlichen Streuobstgetränke unserer Region, sondern auch Lebensgrundlage für eine artenreiche Schmetterlingswelt. Daher gab es dazu natürlich wie immer viele Informationen rund um den Verein VIELFALT, die Landschaft vor unserer Haustür und ihre Pflege!


Was haben Cocktails und Schmetterlinge miteinander zu tun?
Auf den ersten Blick zunächst nicht viel mehr, als dass manche Cocktails klangvolle Namen wie „Madame Butterfly“ oder ähnlich tragen. Dass sich beides aber gut zusammenbringen und auch der tiefere Kontext dahinter erschließen lässt, präsentiert VIELFALT e.V. am Sonntag, den 01.10.2023, im Rahmen des 17. Mössinger Apfelfestes.
Anlässlich der Apfelwoche wird seit Montag, den 25.09.23 in Kooperation mit dem Netzwerk Streuobst Mössingen e.V. die Ausstellung „Lebensräume für Schmetterlinge“ vom BUND Landesverband Baden-Württemberg e.V. im Panoramazimmer der PAUSA-Tonnenhalle (OG) gezeigt. Auf zehn Stellwänden wird ausführlich erklärt, was wir tun können, um Lebensräume für Schmetterlinge zu erhalten und was sie für ihre Entwicklung benötigen. Unter der Woche war die Ausstellung vor allem Bildungsort für Schulklassen und interessierte Besucher*innen.
Am kommenden „Apfelsonntag“ (01.10.2023) kommt dann von 11-17 Uhr richtig „buntes Flattern“ in den Ausstellungsraum, wenn das Team von VIELFALT e.V. die selbst kreierten Streuobst-Cocktails vor Ort mixt. Kommen Sie vorbei und probieren Sie den „Kleinen Fuchs“ (alkoholfrei) oder den ausgewachsenen Bruder „Großer Fuchs“. Nach dem Genuss der Cocktails und dem aufmerksamen Rundgang durch die Ausstellung können Sie uns vielleicht verraten, wie die Namensgebung der Neu-Kreationen zustande kam?
Machen Sie sich doch auch ganz gezielt auf die Suche nach den charakteristischen Schmetterlingsarten der Streuobstwiesen Baden-Württembergs. In der Ausstellung treffen Sie auf Aurorafalter (Anthocharis cardamines), Schachbrett (Melanargia galathea) und Tagpfauenauge (Inachis io) und erfahren Interessantes über deren Lebensweise. Wussten Sie zum Beispiel schon, dass selbst Schmetterlinge gern mal ein Schluck vom gärenden Obstsaft nippen. Tatsächlich ist der Admiral (Vanessa atalanta) zur Zeit besonders häufig in den hiesigen Obstwiesen anzutreffen, da auch ihn die prickelnde Gärung des Obstes anlockt. Genau hier schließt sich dann der Kreis, denn der Lebensraum Streuobstwiese ist eben nicht nur Grundlage für die köstlichen Streuobstgetränke unserer Region, sondern auch Lebensgrundlage für eine artenreiche Schmetterlingswelt. Konsumieren Sie lokale Streuobstprodukte und helfen Sie so, Streuobstwiesen zu erhalten!
Tauchen Sie in die Welt der Schmetterlinge ein und verwöhnen Sie sich mit einem Cocktail! VIELFALT e.V. steht am Apfelsonntag für Ihre Fragen zur Verfügung.
Hier finden Sie die Ausstellung:
Ausstellungsraum/Panoramazimmer neben der Stadtbücherei, Löwensteinplatz 1, 72116 Mössingen
Biotopverbund Infoveranstaltung: Zwischenstand der Planung des Umweltplanungsbüros Menz am 06.06.24 in Kusterdingen

Am 6. Juni 2024 fand in Kusterdingen eine Informationsveranstaltung zum Biotopverbund statt, bei der das Umweltplanungsbüro Menz den aktuellen Stand der Planungen vorstellte. Im Anschluss an die Präsentation kam es zu einer lebhaften Diskussionsrunde, an der Landwirte, Jäger, Vertreter des Landratsamts und interessierte Privatpersonen engagiert teilnahmen.
Zusätzlich bereicherte der Biberbeauftragte die Veranstaltung mit einem kurzweiligen Einblick in seine Arbeit und die Lebensweise der Biber.
Rückblick auf die Veranstaltung WissensGenuss 2: Fachlicher Spaziergang in den Weinbergen mit Verkostung

Am Samstag, den 12. Mai 2024, luden acht Wengerter vom Obst- und Weinbauverein Unterjesingen zu einem erlebnisreichen Weinspaziergang ein. Entlang des "Früchtetraufs" in Breitenholz öffneten Weinstände ihre Tore und boten den Besuchern eine vielfältige Auswahl an regionalen Weinen und Köstlichkeiten. Von neuen bis hin zu altbewährten Rebsorten und von Maultaschen-Burger bis zu köstlichen Dinnete aus dem Holzofen war für jeden Geschmack etwas dabei. Die Wengerter präsentierten stolz ihre Handwerkskunst und luden die Besucher ein, ihre Weine zu verkosten und zu genießen. Zusätzlich fand um 10:30 Uhr ein fachlicher Spaziergang durch die Weinberge mit Verkostung statt.

Bei der Veranstaltungsreihe "WissensGenuss" werden spannende Themen des Naturschutzes mit regionalen Köstlichkeiten verbunden. Teilnehmer hatten die Möglichkeit, an einer kleinen Weinverkostung teilzunehmen, dazu gab es spannenden Input zu den Themen: Naturschutz im Weinberg, Weinbau in Breitenholz, Ökologischer Weinbau, Trockenmauern, Streuobstwiesen und dem Arznei-Haarstrang. Entlang der knapp 1,5 km langen Strecke konnten die Teilnehmer jederzeit auf die "normale" Route des Weinwandertags wechseln. Insgesamt war der Weinspaziergang ein gelungenes und genussvolles Ereignis, das Weinliebhaber und Naturliebhaber gleichermaßen begeisterte.
Rückblick auf den Streuobstwiesen-Spaziergang in Ammerbuch-Entringen am 07.05.2024

Am 7. Mai lud der Verein VIELFALT gemeinsam mit den Fachverwaltungen zu einem Spaziergang durch die Streuobstwiesen von Entringen ein. Ziel war es, verschiedene Formen der landwirtschaftlichen Nutzung zu präsentieren und aufzuzeigen, wie diese dazu beitragen können, den einzigartigen Lebensraum zu bewahren. Zur abendlichen Spazier-Runde fanden sich sowohl Flächeneigentümer*innen, wie auch Landwirte ein. So konnte im kleinen Kreis die Thematik der Unterwuchsnutzung diskutiert und Erfahrungen aus erster Hand weitergegeben werden. Veranschaulicht wurde alles durch die Praktiker vor Ort: Die Hochlandrinder, die auf einigen Wiesen zur Beweidung eingesetzt werden. Auch ein PLENUM-gefördertes Messerbalkenmähwerk wurde an dem Abend präsentiert, welches eine insektenschonende Mahd ermöglicht.

Abgerundet wurde der Spaziergang mit einem kleinen kulinarischen Ausklang, bei dem ein reger, spannender Austausch stattfand.Der Abend bot nicht nur einen Einblick in die vielfältige Welt der Streuobstwiesen, sondern regte auch zum Nachdenken über nachhaltige Bewirtschaftungspraktiken und die Bedeutung des Erhalts dieses einzigartigen Ökosystems an.Hinter der Veranstaltung steht das Projekt "A gmäht's Wiesle", welches u.a. zum Ziel hat, wieder mehr Streuobstwiesen in eine landwirtschaftliche Nutzung zu bringen.
Rückblick auf die Veranstaltung WissensGenuss 1: Entdeckungsreise an der Olgahöhe am 14.04.2024

Am Sonntagnachmittag trafen sich gut 30 Teilnehmende zur ersten WissensGenuss-Veranstaltung 2024 auf der Olgahöhe bei Mössingen. Bei frühsommerlichem Sonnenschein begab man sich gemeinsam auf die Suche nach Spuren unserer Vorfahren in der Landschaft. Der vom Verein VIELFALT e.V. organisierte Rundgang wurde zusammen mit Dr. Christoph Morrissey geleitet. Landschaftshistoriker Morrissey berichtete über die frühere Nutzung und Entstehung der hiesigen Kulturlandschaft und zeigte anhand vieler Beispiele, wie sich das Buch der Landschaft lesen lässt. Er präsentierte damit ausgewählte Ergebnisse einer kulturhistorischen Studie zur Landschaftsnutzung im Gebiet, die jüngst mit Unterstützung von PLENUM und der Stadt Mössingen im Auftrag des geographischen Instituts der Uni Tübingen erstellt wurde.

Thorsten Teichert, als LEV-Fachkoordinator beim Verein VIELFALT bestens mit der heutigen Landschaft vertraut, ergänzte aktuelle naturschutzfachliche Aspekte. Dabei konnte immer wieder die wichtige Bedeutung der historischen Nutzungsformen für die Entstehung der biologischen Vielfalt aufgezeigt werden.Vom Start im Wald, vorbei am Mössinger Kirschenfeld führte der Spaziergang durch die regionaltypischen Streuobstwiesen. Um das spannende Wissen verdauen zu können, legte die Gruppe eine kleine Pause ein, bei der sich die Teilnehmenden mit Leckereien aus dem Mössinger Picknick-Säckle – liebevoll zusammengestellt vom Café Pausa – stärken konnten. Dazu gab es ergänzend zum wunderbaren Ausblick verschiedene alkoholfreie und alkoholische Seccos aus Streuobst aus dem Landkreis Tübingen zu genießen. Darunter auch den „Roten Mössinger“, dessen Erfinder Hans Wener unter den Teilnehmenden war und spontan ein paar Worte zu dem besonderen Getränk sprach. Nach der Stärkung mit regionalen Köstlichkeiten wurde die Runde mit neuem Elan fortgesetzt. Beim regen Austausch der interessierten und gut informierten Gruppe entstand ein wahrlich gelungener und genussvoller Wissensspaziergang.
WissensGenuss: Abendlicher Spaziergang am Schönbuchtrauf
Am 17. Mai fand die erste WissensGenuss-Veranstaltung in diesem Jahr in Entringen statt. Nach regenreichen Wochen lachte die Sonne pünktlich zum Termin. 30 Interessierte fanden sich am späten Nachmittag an der großen Linde ein, um Spannendes rund um die Kulturlandschaft und deren besondere Natur zu erfahren. Zum Start gab es einen kurzen Gastbeitrag von Ortshistoriker Herr Bauer, der über die Geschichte der großen Linde erzählte. Auf dem gut zweistündigen Spaziergang durch die Landschaft am Schönbuchtrauf lehrte Landschaftshistoriker C. Morrissey die Teilnehmenden dann, im Buch der Landschaft zu lesen. Zuvor unbemerkte Geländeeigenheiten verwandelten sich so zu geschichtsträchtigen Wegen, Lehmgruben oder gewollten Abgrabungen. Heckensäume bekamen eine Bedeutung als ehemalige Ackerränder und auch die prägenden Streuobstwiesen haben ihre Erscheinungsform mit der Zeit verändert. Gespickt mit allerlei Informationen über die Natur und deren besonderem Schutz sowie den Erfahrungen eines Landwirts, der die Flächen durch eine angepasste Beweidung pflegt, konnte sehr viel Wissen gesammelt werden. Damit auch der genussreiche Teil nicht zu kurz kam, konnten die Teilnehmenden Produkte aus der Region genießen. Vom Wein aus Breitenholz, der mit Blick auf die Weinberge genossen wurde, über das lokale Apfelschorle bis hin zum Abendessen in tierischer Gesellschaft war alles dabei.Gemeinsam mit Herrn Morrissey und dem Landwirt Herrn Bahlinger konnte so eine schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt werden, die ein gelungener Auftakt für die diesjährige WissensGenuss-Reihe war. Unser herzlicher Dank geht an dieser Stelle an alle Beteiligten.
Sie sind neugierig auf WissensGenuss geworden? Dann merken Sie sich bereits jetzt den Termin am 22. September vor (Radtour zum Thema Biotopverbund und Beweidung).
Wiesenspaziergang in Breitenholz
Am Donnerstag, den 2. Juni, lud der Verein VIELFALT zum abendlichen Wiesenspaziergang rund um Breitenholz ein. Zentrales Thema war die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen, die als Hotspot der Artenvielfalt gelten, in ihren Beständen aber kontinuierlich abnehmen. Eine wichtige Rolle zum Erhalt der Flächen spielt die Nutzung des Unterwuchses, die bei den meisten privaten Besitzer*innen heutzutage aber kaum mehr von Bedeutung ist. Das Projekt „A gmäht’s Wiesle“ soll dem entgegenwirken, indem es Wiesenbesitzer*innen und Landwirte zusammenbringt.Der Einladung folgten knapp 50 Interessierte, die sich bei schönstem Sonnenschein rund zwei Stunden von den Fachleuten durch die vielfältige Landschaft entlang des Schönbuchs führen ließen. Bereichert wurden die angesprochenen Themen durch einige Landwirte, die ihre praktischen Erfahrungen und Herausforderungen bei der Streuobstwiesenpflege direkt an die Besucher weitergeben konnten. Der Appell daraus an die Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer: Die Nutzung des Wiesenaufwuchses komplett einem Landwirt zu übergeben, da sich nur so für beide Seiten der Aufwand verringert – Der Landwirt ist flexibel und der/die Besitzerin muss sich nicht mehr mit der Frage befassen „Wohin mit dem Mähgut?“.Um den Teilnehmenden auch die kulinarischen Vorzüge der Streuobstwiesenpflege näher zu bringen, wurden zum Abschluss Apfelschorle und Würstchen angeboten, deren Rohstoffe zum Großteil direkt aus Breitenholz stammten.
Erfahrungsaustausch Inklusion 2021
Wie kann die Verknüpfung von Naturschutz und Inklusion gelingen?
Am Donnerstag, den 07.10.2021 luden der Verein VIELFALT, das Landratsamt Tübingen und die AiS inklusiv gGmbH zum Erfahrungsaustausch Inklusion nach Bodelshausen und Mössingen ein.Die zweiteilige Veranstaltung begann im FORUM Bodelshausen mit Grußworten und Vorträgen von Frau Margarete Mende (Stellvertretende Bürgermeisterin, Gemeinde Bodelshausen), Herrn Landrat Joachim Walter, Frau Iris Ackermann (Abteilungsleitung, Landratsamt Tübingen Abt. Soziales), Herrn Patrick Sauter (Sozialplaner, Landratsamt Tübingen Abt. Soziales) sowie Herrn Kolja Schümann (Geschäftsführer, VIELFALT e.V.). Die Referent*innen berichteten hierbei insbesondere von den Fördermöglichkeiten und bisherigen Erfolgen bei der Verknüpfung von Naturschutz und Inklusion im Landkreis, um den anwesenden Teilnehmer*innen (Einrichtungsträger, Kreistagsmitglieder, Vereine, Kommunen und weitere Verwaltungsstellen) neue Wege und Impulse für künftige Inklusionsvorhaben aufzuzeigen.
Herr Schümann legte dabei die Fördermöglichkeiten von Inklusionsprojekten über das PLENUM-Förderprogramm dar und stellte bisherige Best-Practice Beispiele vor. Hierbei wurden insbesondere die erfolgreichen Projekte der AiS inklusiv gGmbH, der Habila GmbH und des Freundeskreis Mensch e.V. im Bereich Landschaftspflege und Vermarktung sowie der Lebenshilfe Tübingen e.V. im Bereich Freizeitgestaltung beleuchtet. Insgesamt konnten über PLENUM Landkreis Tübingen bislang 19 Projekte mit Inklusionsbezug mit insgesamt rund 100.000 € gefördert werden. Bei allen Erfolgen betonte Herr Landrat Walter, dass dies zwar viel, aber nicht genug sei. Auch die anderen Redner betonten, dass hier weitergedacht werden müsse und neue Vorhaben und Projektideen willkommen seien.An den Grenzen des PLENUM-Förderprogramms – so können beispielsweise keine Lohnkosten finanziert werden – setzen dabei die Unterstützungsmöglichkeiten des Landkreises an, über welche Frau Ackermann und Herr Sauter berichteten. Neben der Unterstützung durch die Eingliederungshilfe, die Jobcenter, die Arbeitsagenturen sowie die Integrationsämter, kann die Fachstelle für inklusives Arbeiten (FIA) beratend tätig werden und „spezifische Eingliederungshilfeleistungen mit den Leistungen des Integrationsamtes verzahnen und zusammenführen,“ so Sauter.Nach dem Vortragsteil konnten die Teilnehmenden sowohl bei einem Besuch der Mosterei in Bodelshausen als auch in der Obstwerkstatt in Mössingen direkte Einblicke in die erfolgreiche Inklusionsarbeit erlangen. Mitarbeitende der AiS inklusiv gGmbH pressten vor Ort Saft und verarbeiteten geerntetes Obst zu Dörrobst. Herr Marcus Hölz, Geschäftsführer der AiS inklusiv gGmbH, berichtete über die vielfältigen Möglichkeiten, Inklusion bei der Arbeit in der Landschaftspflege und der Streuobstverarbeitung stetig mitzudenken, um so individuelle sowie flexible Arbeitsplätze zu schaffen.
Landschaftspflegetag 2021
Unter dem Motto „Feldvögel im Offenland-Biotopverbund“ fand am 23.09.2021 der Landschaftspflegetag 2021 in Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen) statt. Die Tagung stellte Maßnahmen zum Schutz der immer seltener werdenden Vögel dar, zeigte weiteren Handlungsbedarf auf und beleuchtete, wie Schutzmaßnahmen zum landesweiten funktionalen Biotopverbund beitragen können. Auf der Veranstaltungs-Website unter "Weitere Informationen und Downloads" können die Vorträge und Kurzzusammenfassungen dazu runtergeladen werden.
Nach dem theoretischen Teil am Vormittag fand am Nachmittag eine Exkursion zur Fuß ins Neckartal zwischen Rottenburg und Wurmlingen statt. An ausgewählten Standorten wurden Maßnahmen für Feldvögel und Biotopverbund von Thorsten Teichert, VIELFALT e.V. zusammen mit Akteuren aus Fachverwaltung, Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Kommunen vorgestellt.
