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Streuobstlieferanten gesucht - Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 27. Mai

Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. vermarktet traditionelle Obstsorten heimsicher Streuobstwiesen und sucht Lieferanten von Tafelobst.
 
Im Herbst 2020 vermittelte der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. erstmals regionales Obst von 38 Lieferantinnen und Lieferanten an 19 Supermärkte in der Region. 22 verschiedene alte Sorten bereicherten dort das Sortiment und fanden großen Anklang bei der Kundschaft. Den Lieferantinnen und Lieferanten konnte dabei einen fairer Preis von 0,80 Cent pro Kilogramm bzw. 1,00 Euro für Mitglieder des Vereins gezahlt werden.  Auch dieses Jahr soll das Projekt weitergeführt werden. Haben Sie Interesse den hochqualitativen Teil Ihres Obstes über das Schwäbische Streuobstparadies zu vermarkten? Die Geschäftsstelle des Vereins läd am Donnerstag, den 27. Mai 2021 um 18 Uhr zur Online-Informationsveranstaltung ein. Eine Anmeldung zur Veranstaltung kann bis Montag, den 24. Mai 2021 an kontakt@streuobstparadies.de erfolgen.
Streuobstwiesen sind ein einmaliger Landschaftsraum, der nicht nur wertvolle Funktionen für den Arten- und Klimaschutz übernimmt, sondern auch einen wahren Schatz an traditionellen und schmackhaften Sorten beherbergt. Leider hat in den letzten Jahrzehnten das Streuobst immer mehr an Wert verloren und das Obst wird entweder zum Spottpreis bei der Mosterei abgeliefert oder verbleibt gar auf den Wiesen. Aber die Zeiten ändern sich: die regionale Versorgung der Bevölkerung, der Erhalt der Kulturlandschaft und Klima- und Artenschutz rücken zunehmend in das Bewusstsein der Verbraucher/innen in Baden-Württemberg. Diese Chance nutzt der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V.. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern hat sich der Verein das Ziel gesetzt, Obst aus den Streuobstwiesen an Verarbeiter und den Handel zu vermitteln. Die Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle des Streuobstparadieses treten dabei als Vermittler auf, bündeln, koordinieren und organisieren die Lieferungen, um der kleinstrukturierten Streuobstlandschaft mit ihren vielfältigen Bewirtschaftungsstrukturen Zugang zum Markt zu verschaffen. Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V.Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar bilden mit rund 26.000 ha eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas. Die 1,5 Millionen Obstbäume im Schwäbischen Streuobstparadies sind zu jeder Jahreszeit ein besonderer Genuss. Die jahrhundertealte Landschaft Streuobstwiese ist darüber hinaus ein besonderer Kulturschatz und verfügt über eine enorme Vielzahl an Brennereien und Mostereien, Lehrpfaden, Obstfesten, spannende Museen u.v.m.. Darüber hinaus prägen Streuobstwiesen unsere Landschaft und sind Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten und Naherholungsgebiet für Jung und Alt.   Annähernd 300 Akteure aus den Landkreisen Böblingen, Göppingen, Esslingen, Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis haben sich im Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. zusammengeschlossen, mit dem Ziel diesen Schatz zu erhalten und zu vermarkten. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Bad Urach. Kontakt:Schwäbisches Streuobstparadies e.V., Bismarckstraße 21, 72574 Bad Urach, e-mail: kontakt@streuobstparadies.de

Back to the roots und dann ab in die Zukunft: Modellprojekt für landwirtschaftliche Nutzung in Streuobstwiesen gestartet

Streuobstwiesen sind ein prägendes Element unserer Kulturlandschaft und überall im Landkreis zu finden. Um die artenreichen, blumenbunten Flächen auch für die Zukunft zu erhalten, braucht es allerdings eine regelmäßige, fachgerechte Pflege des Aufwuchses. Dies wird auf einigen Flächen bereits von engagierten Landwirt*innen praktiziert, auf vielen anderen Flächen fragen sich aber Wieseneigentümer*innen: wohin mit dem Wiesenaufwuchs? Um diese Situation zu verbessern, hat VIELFALT ein Projekt entlang der Schönbuch-Hänge gestartet, welches Grundstückseigentümer*innen und potenzielle Bewirtschafter*innen miteinander in Kontakt bringen möchte. So sollen Kooperationen entstehen, die den nachhaltigen Erhalt der artenreichen Wiesen sicherstellen und von denen gleichzeitig beide Seiten profitieren: Wieseneigentümer*innen müssen sich nicht mehr fragen, was mit dem Wiesenaufwuchs passieren soll und Tierhalter*innen haben mehr Futter für ihre Tiere zur Verfügung. Eine zukunftsfähige Win-Win-Lösung für die Streuobstwiesen entlang der Schönbuch-Hänge also.
Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

15. Landesweiter Streuobsttag Baden-Württemberg: Immaterielles Kulturerbe bewahren

Mit dem landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg unterstützt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz jedes Jahr den Dialog und die Entstehung von Ideen für einen zukunftsfähigen Streuobstbau. 2021 wir der bewährte Fachkongress als Online-Veranstaltungs-Reihe fortgeführt.
An drei Abenden werden aktuelle Entwicklungen in Praxis und Forschung vorgestellt. Die vielfältigen Vorträge sind die Grundlage, um gemeinsame Handlungsoptionen für die Gestaltung einer lebendigen Streuobstkultur zu diskutieren.
Weitere Infos und den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

Information zum Alpenbock-Käfer, für Brennholznutzer am Albtrauf rund um Mössingen

Der Alpenbock hat mit seiner Größe von fast vier Zentimetern, der blauen Färbung und den langen Fühlern eine sehr auffällige und schöne Gestalt. Weil diese Art sehr selten ist, ist sie durch die europäische Flora-Fauna-Habitat Richtlinie streng geschützt. In Baden-Württemberg kommt der bedrohte Käfer nur am Trauf der mittleren Schwäbischen Alb sowie im Oberen Donautal vor. Der Käfer ist eng an seinen Lebensraum, den naturnahen Buchenwald, gebunden. Durch extensive forstliche Bewirtschaftung und Verzicht auf Holznutzung hat sich der Alpenbock im Gebiet um Mössingen erfolgreich ausgebreitet. Ab Juni schwärmen die Tiere aus und legen ihre Eier auf alte oder abgestorbene Buchen. Die Larven fressen sich mehrere Jahre durch das tote Holz, bevor sie sich zu Käfern entwickeln.

Information für Brennholznutzer am Albtrauf rund um Mössingen
Die Käfer fühlen sich von Brennholzlagerplätzen angezogen und legen dort ihre Eier ab. Die Larven landen dann im Ofen!
Das können Sie für den Alpenbock tun:

- Fahren Sie Ihr Brennholz, welches im Wald oder am Waldrand lagert, bis spätestens Mitte Juni ab.
- Richten Sie keine dauerhaften Brennholzlagerplätze im Wald oder am Waldrand ein.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Ihr Verständnis!

Weiterführende Informationen
Wie der Alpenbock-Käfer aussieht, wo er um Mössingen herum genau vorkommt und wer Ihre Ansprechpartner sind, erfahren Sie in diesem Faltblatt als downloadbares PDF:
Merkblatt Alpenbock am Albtrauf (777,5 KiB)

ENBW-Förderprogramm "Impulse für die Vielfalt" 2021

Auch 2021 können über das ENBW-Förderprogramm "Impulse für die Vielfalt" Schutzmaßnahmen für heimische Amphibien und Reptilien in Baden-Württemberg unterstützt werden.
Förderfähig sind Projekte, bei denen es sich schwerpunktmäßig um die Anlage von Laichgewässern und Eiablageplätzen oder um die Aufwertung von Landlebensräumen und die Schaffung von Trittsteinhabitaten zur Vernetzung von einzelnen Populationen handelt.
Jeder kann mitmachen und einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen (ausgenommen sind lediglich Landes- und behördliche Einrichtungen sowie Mitarbeiter der EnBW). Die Maßnahmenumsetzungen werden von den Antragsstellern in Eigenregie durchgeführt, wobei die förderfähigen Kosten eines beantragten Projektes zu max. 90 % der Gesamtsumme des Projektes gefördert werden, jedoch eine Summe von 7.000 € nicht überschreiten sollen.
Projektanträge können bis 14. Mai bei der LUBW eingereicht werden.
Nähere Informationen gibt es unter www.impulse-fuer-die-vielfalt.de.

Fördermöglichkeiten für den Bau von Amphibienschutzanlagen

Seit dem 01.01.2020 werden Wiedervernetzungsmaßnahmen an kommunalen Verkehrswegen über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gefördert. Ziel des Verkehrsministeriums ist es, das „Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen“ sukzessive auch an kommunalen Straßen umzusetzen. Zudem können über das LGVFG auch Querungshilfen zur Vernetzung von Lebensräumen und Tierwanderwegen an kommunalen Rad- und Schienenverkehrswegen gefördert werden. Im Fokus steht die Förderung von Amphibienschutzanlagen.
Nähere Informatione unter: https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/amphibien-auf-wanderschaft/

Die bundesweite NaturErlebnisWoche findet im kommenden Jahr in Baden-Württemberg vom 30. April - 07. Mai 2021 statt.

Unter dem Motto „Wilde/Weide/Walks im Ländle“ wollen wir diesmal naturnahe Weideprojekte und die Artenvielfalt offener und halboffener Landschaften mit ihren Wiesen und Weiden vor Ort erlebbar machen.
 
Sie möchten bei der Naturerlebniswoche mitwirken? Einzelpersonen, Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer, Naturschutzgruppen, Natur- und Heimatverbände, Freilichtmuseen oder Obst- und Gartenbauvereine  ̶  alle, die sich mit einer eigenen Veranstaltung an der NaturErlebnisWoche beteiligen wollen, sind herzlich willkommen. So machen Sie auf Ihre Initiative oder Ihr Projekt aufmerksam und gleichzeitig auf das facettenreiche Naturerlebnisland Baden-Württemberg.
 
Die Umweltakademie unterstützt Sie als Akteur durch:

-Hilfestellung bei der Pressearbeit 
-OrganisationsanleitungUnterstützung bei der Werbung durch Flyer und Poster
-und natürlich die Werbung für Ihre Aktion auf dem Portal der NaturErlebnisWoche

Förderprogramm Blühflächen und Biodiversitätspfade

Die Landesregierung hat sich vor dem Hintergrund des alarmierenden Artenschwundes zum Ziel gesetzt, den Schutz der Biodiversität im Land mit verschiedenen Handlungen und Maßnahmen zu stärken.
Neben der Umsetzung des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt und dem Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) ist eine weitere Maßnahme, die Anlage von Blühflächen und Biodiversitätspfaden zur Erhaltung der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt sowie zur Umsetzung des Biotopverbundes auf kommunalen Flächen zu fördern. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat hierzu ein Förderprogramm zur Förderung von Blühflächen und Biodiversitätspfaden aufgelegt.

Anträge für Blühwiesen, Blühflächen und Blühstreifen für das Antragsjahr 2021, sind bis spätestens 30. Juni 2021 beim zuständigen Regierungspräsidium einzureichen.

Anträge für Biodiversitätspfade für das Antragsjahr 2021, sind ebenfalls bis spätestens 30. Juni 2021 beim zuständigen Regierungspräsidium einzureichen.

Weitere Infos finden Sie hier

Geldgeber sucht Landschaftspflegeprojekt – AgoraNatura ermöglicht Investitionen in Projekte vor Ort

Unter www.agora-natura.de können sich Privatpersonen und Unternehmen ab jetzt an der Finanzierung und Durchführung vielfältiger Landschaftspflegeprojekte beteiligen. Schon durch kleine Investitionen werden Streuobstwiesen erhalten, wertvolles Ackerland entwickelt oder Schutzflächen für bestimmte Tierarten eingerichtet.

Helfende Hände für den Steinkauz – Start der ehrenamtlichen Betreuung von Nisthilfen im Landkreis Tübingen

Ingrid Stützle und Michael Eick führten in die Betreuung von Steinkauz-Nisthilfen ein
Ingrid Stützle und Michael Eick führten in die Betreuung von Steinkauz-Nisthilfen ein

Im Rahmen des PLENUM-geförderten Steinkauzschutzprojekts des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen erhielten am 25. & 26.9. mehr als 30 Interessent*innen eine Einführung in die Betreuung der Steinkauz-Nisthilfen. Im Rahmen des PLENUM-Projekts wurden bereits im Januar 2020 im gesamten Landkreis 37 Niströhren für den Steinkauz ausgebracht. Diese sollen nun durch interessierte Ehrenamtliche betreut werden, bereits 41 Personen haben Interesse daran angemeldet.
Am Freitag den 25.9. erhielten die Interessierten zuerst eine allgemeine Einführung in die Thematik durch Ingrid Stützle (NABU Vogelschutzzentrum Mössingen) und Michael Eick (NABU Rems-Murr). Da es nicht genug Baumhöhlen in unserer Region gibt, ist das Überleben des bedrohten Steinkauzes von menschlicher Hilfe durch das Bereitstellen von Brutröhren abhängig.
Am Samstag den 26.9. wurde dann die Nistkastenkontrolle im Gelände demonstriert und von den Interessent*innen selbst eingeübt.
Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für weitere interessierte Steinkauz-Betreuer*innen finden Sie unter: https://www.nabu-vogelschutzzentrum.de/projekte-partner/plenum-projekt-steinkauz/

MOSCHT! und MOSCHT!-Schorle bereichern die PLENUM-Produktfamilie

Der Klassiker: Most aus Apfel und Birne von der Streuobstwiese der Familie Schmid; © Streuobstgut Tübingen

Seit 1977 bewirtschaftet Familie Schmid Streuobstwiesen in der Region Tübingen. Der zentrale Tätigkeitsbereich ist die Ernte und Weiterverarbeitung der Früchte zu hochwertigen Streuobstprodukten. Seit August 2020 vermarktet Familie Schmid unter ihrem Betriebsnamen Streuobstgut Tübingen nun auch MOSCHT! (Apfel-Birnenwein) und MOSCHT!-Schorle (Apfel-Birnenwein mit saurem Sprudel). Die beiden Erzeugnisse bereichern die PLENUM-Produktfamilie nicht nur durch ihr modernes Design, sondern vor allem durch das praktische Gebinde: 0,33 l-Flasche.
Wir freuen uns, dass über das Förderprogramm PLENUM die Entstehung der beiden Produkte unterstützt werden konnte. Bezuschusst wurde die Entwicklung des neuen Betriebslogos und der Produktetiketten. Das Vorhaben war förderfähig, weil die Produkte von Familie Schmid einen Naturschutzbeitrag ermöglichen. Durch den Verkauf der Produkte rentiert sich die aufwendige Bewirtschaftung naturschutzwichtiger Streuobstwiesen im Landkreis Tübingen.

Ergänzend zum Klassiker gibt es die die MOSCHT!-Schorle mit saurem Sprudel; © Streuobstgut Tübingen

Nähere Infos zum Streuobstgut Tübingen: www.streuobstgut.de

Die Presse berichtete:
Der Beitrag von RTF1 am 09.08.2020
Schwäbisches Tagblatt vom 11.08.2020

Birnbäume als Botschafter der Streuobstwiesen - Hagellocher Birnenweg eröffnet

Anstoßen auf die Eröffnung des Hagellocher Birnenwegs
Anstoßen auf die Eröffnung des Hagellocher Birnenwegs

Am 04.08.2020 wurde der Hagellocher Birnenweg "Streuobstriesen" offiziell eröffnet und der Presse präsentiert. Der Dorf- und Kulturverein Hagelloch e.V. (DOKU) hat - mit Hilfe einer PLENUM-Förderung und fachlicher Unterstützung durch VIELFALT e.V. - einen 5,7 km langen Rundweg realisiert und mit 9 Infotafeln, Markierungen bedeutender Birnbäume und einer begleitenen Broschüre ausgerüstet.
Durch den Birnenweg ist es dem DOKU gelungen, "die Birnbäume aus ihrem Schattendasein zu holen und zu Leuchttürmen und Botschaftern der Streuobstwiesen zu machen", lobte der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner. Der Rundweg macht Spaziergänger, Touristen und Streuobst-Interessierte auf die besondere Bedeutung von großen Birnbäumen und den naturschutzfachlichen Wert der heimischen Streuobstwiesen aufmerksam. Auch Oberbürgermeister Palmer hob hervor, dass die Kulturlandschaft gepflegt werden muss und dass der Birnenweg ein gutes Mittel ist, dies der Öffentlichkeit klar zu machen.
Weitere Informationen und die Karte und Broschüre zum Birnenweg gibt es unter: http://www.doku-hagelloch.de/birnenweg-hagelloch.html

Per Mausklick zum Streuobstwiesen-Stückle - "MyStückle.de" wurde erweitert

Pressetermin MyStückle auf der Olgahöhe Mössingen
Die Projektpartner informierten auf der Streuobstwiese über die Erweiterung von "MyStückle.de"

Schon seit 2015 gibt es in Mössingen das PLENUM-Projekt „myStückle.de“ - eine Online-Plattform, auf der die Stadt und der Verein "Netzwerk Streuobst Mössingen" Wiesengrundstücke verpachten. Das war so erfolgreich, dass von den bisher erfassten Wiesen nur noch 13 übrig waren. Durch eine erneute PLENUM-Förderung war es nun möglich, den Internet-Auftritt zu verbessern und zu erweitern, so dass Interessierte nun auf aktuell 87 freie Pachtgrundstücke zugreifen können. Insgesamt umfasst die Plattform nun 453 Stückle mit über 3.300 Bäumen.
Am 23.07.2020 wurde die überarbeitete Plattform freigeschaltet und die Presse darüber informiert, inmitten der Streuobstwiesen auf der Olgahöhe Mössingen.
Das Angebot von MyStückle richtet sich auch an junge Familien. Es sei immer Tradition gewesen, dass man mit der Familie zum Apfelernten gehe, sagte Ulrich Eder vom "Netzwerk Streuobst" dem SWR. Wobei es nicht nur um Äpfel geht, auch andere Obstbäume stehen zur Wahl: etwa Zwetschgen, Birnen oder Mirabellen. Im Online-Angebot gibt es Karten, die zeigen, wo welche Wiesen und Bäume frei sind.
Wer unerfahren ist, kann sich helfen lassen. Obst- und Gartenbauvereine zum Beispiel bieten regelmäßig Schnittkurse an. Auch das Netzwerk Streuobst hilft bei Bedarf weiter und leiht Geräte aus über den Streuobst-Geräteverleih "Schaff's gut".
Nebenbei sind die Pächter dann auch noch Pfleger der Kulturlandschaft. „Nur so bleibt der Lebensraum Streuobstwiese erhalten“, erklärte Fabian Roser von VIELFALT. Der PLENUM-Zuschuss soll dafür sorgen, dass von Schlüsselblume bis Wiesensalbei und von Halsbandschnäpper bis Wendehals viele Pflanzen und Tiere profitieren.

Die Presse zu myStueckle :
Beitrag auf RTF1 am 23.7.2020 (direkt zum Video)
Schwäbisches Tagblatt vom 24.7.2020

Fünf weitere Jahre PLENUM im Landkreis Tübingen – Umweltminister Franz Untersteller lobt großes Engagement zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Am 29. Juni 2020 hat Minister Franz Untersteller in feierlichem Rahmen die Urkunde zur Fortführung des PLENUM-Gebiets bis Ende Mai 2025 an Landrat Joachim Walter überreicht. Für die Förderung von Projekten, die dem Naturschutz im Landkreis dienen, stellt das Umweltministerium dafür insgesamt gut 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.
 
„Es ist großartig, was Sie für die Stärkung der biologischen Vielfalt im Land geleistet haben“, würdigte Untersteller bei der Überreichung der Urkunde in Bodelshausen die Tatkraft aller Beteiligten. Es sei nicht selbstverständlich, dass so vielen ehrenamtlich tätigen Menschen beispielsweise die Pflege und der Erhalt von Streuobstwiesen am Herzen liegen würden, fügte Untersteller hinzu. „Aber wir müssen unsere schöne und vielfältige Kulturlandschaft schützen. Neben dem Klimawandel gehört der Verlust der Artenvielfalt zu den drängendsten Aufgaben, die wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten alle gemeinsam meistern müssen.“
 
Der Minister führte aus, wie es im Landkreis Tübingen zwischen 2013 und 2019 gelungen ist, mit mehr als 280 Projekten (Gesamt-Fördersumme etwa 1,5 Millionen Euro) die Integration des Naturschutzes in regionale Entwicklungsprozesse zu realisieren. Noch dazu habe es vorbildlich funktioniert, Menschen mit Behinderung, psychisch kranke Menschen und Langzeitarbeitslose in diese Prozesse einzubinden und so neue Teilhabe- und Qualifizierungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch die erst- und einmalig realisierte Kombination von PLENUM und LEV überzeuge ihn und habe die Kontinuität und den Gesamterfolg maßgebend befördert.
Als besondere Leistungen hob er die Unterstützung hervor, die VIELFALT e.V. als PLENUM-Geschäftsstelle bei der Eröffnung des Streuobst-Informationszentrums in Mössingen 2018 und bei der Planung und Umsetzung der Premiumwander- und Premiumspazierwege „Früchtetrauf“ geleistet habe. Gemeinsam mit den fünf Partner-Kommunen würde durch die Wanderwegekonzeption Erholungssuchenden die wertvolle Kulturlandschaft nähergebracht. Besonders lobende Worte fand er dann auch für die Förderung des Streuobstunterrichts an Grundschulen, mit denen die Jüngsten erreicht und ihr Verständnis für das geweckt würde, was es zu schützen gelte. Das Gesamtengagement diene letztlich sehr vielen Flächen in- und außerhalb von Schutzgebieten. Dazu zählen Streuobstwiesen, Magerrasen, eine Vielzahl von FFH-Mähwiesen, die besonderen Lebensräume des Steillagen-Weinbaus mit ihren zahlreichen Trockenmauern und viele andere mehr.
 
Landrat Joachim Walter bestätigte, dass die Fördergelder im Landkreis Tübingen „bestens angelegt“ seien und berichtete begeistert, dass man im Landkreis nach wie vor für „PLENUM lichterloh brenne“. Die Begeisterung, die ihm vor 2013 den nötigen Rückenwind verlieh, das Land von der Eignung des Landkreises als PLENUM-Projektgebiet zu überzeugen, sei ungebrochen. Auch „unter unserem Leitmotto ‚Schützen durch Nützen‘ konnte es gelingen, wertvolle Lebensräume und regionale Kreisläufe sowie den Erhalt unserer Artenvielfalt zu sichern“, hob Walter hervor. Als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit im Artenschutz nannte er das PLENUM-geförderte Kooperationsprojekt zum Schutz des europaweit vom Aussterben bedrohten Rebhuhns. Zusammen mit den Projektpartner*innen und vor allem durch den Einsatz der zahlreichen Praxispartner*innen ist es im Rahmen des PLENUM-Projekts gelungen, den kontinuierlichen Rückgang der Rebhuhn-Reviere zu stoppen. Anschaulich skizzierte der Landrat, welche Schwerpunkte das „Regionale Entwicklungskonzept 2020-2025“ vorsieht, welches für die PLENUM-Fortschreibung in einem partizipativen Prozess erarbeitet wurde (einsehbar unter www.vielfalt-kreis-tuebingen.de/download). Es gelte in diesem Sinne, „in allen Bereichen dran zu bleiben“ und insbesondere im Bereich der Regionalvermarktung noch mehr als bisher nach Innovationen zu suchen.
 
Mit seinen anschließenden Ausführungen gab Marcus Hölz, Geschäftsführer der AiS inklusiv gGmbH, einen schönen Einblick, wie PLENUM-Projekte Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen und Streuobstwiesen, die eigene Gastronomie und Regionalläden zu lebendigen Orten der Inklusion machen. Hölz betonte, wie hilfreich bei der Umsetzung seiner Projekte die enge und vertrauensvolle Kooperation sei, von der beide Seiten bisher und sicher auch in Zukunft profitieren würden. Nach einer kleinen Kostprobe aus der regionalen Küche des Café Pausa lud er alle Gäste zu einer Besichtigung der Bodelshäuser „Dorfmosterei“ ein, wo er zusammen mit dem bisherigen Pächter, Willi Kühbauch, die künftige Arbeit der Inklusionsfirma als Dienstleister für alle Streuobstbegeisterten vorstellte. Beide ließen keine Zweifel aufkommen, dass hier ein gesicherter Generationenübergang auf den Weg gebracht wurde. Auch Bürgermeister Uwe Ganzenmüller hatte bei seiner Begrüßung gleich betont, wie froh die Gemeinde sei, dass durch die Übernahme der Mosterei durch die AiS inklusiv gGmbH Stücklesbesitzer*innen auch in Zukunft ihr Streuobst weiterhin vor Ort in Lohn mosten lassen können. Dass hierfür und für andere Projekte in der Vergangenheit und auch in Zukunft Fördermittel des Landes zur Verfügung stehen, freute den Schultes ausdrücklich. Auch der vor der Moste ausgeschenkte Steinlachtäler Most und Cidre weckte die Vorfreude auf viele schöne PLENUM-Produkte und stimmten die Gäste genussvoll auf die zweite PLENUM-Förderperiode ein.

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