Biotopverbund

Wichtig für den Biotopverbund: Eine abwechslungsreiche Landschaft © VIELFALT e.V.
Wichtig für den Biotopverbund: Eine abwechslungsreiche Landschaft © VIELFALT e.V.

In unserer heutigen Kulturlandschaft ist das Überleben vieler Arten von einer funktionellen und räumlichen Verzahnung der unterschiedlichen Lebensräume abhängig. Dabei findet sich in der Landschaft im Optimalfall ein Netz räumlich abgegrenzter Lebensräume – der so genannten „Biotope“. In ihnen leben die einzelnen Arten in Gemeinschaft mit anderen und finden die für sie erforderlichen Bedingungen vor.  Da viele Tiere innerhalb ihres Lebenszyklus verschiedene Biotope beanspruchen, ist es unverzichtbar, dass die Biotope untereinander vernetzt sind. Besteht diese Vernetzung und erfüllen die einzelnen Biotope die jeweiligen Lebensraumansprüche der Arten, ist der nötige „Biotopverbund“ gewährleistet.Für diesen Biotopverbund braucht es gleichermaßen intakte flächige Biotope, als auch einzelne Strukturen und Elemente in der Landschaft. Gerade kleine Verbundelemente, wie bspw. blühende Säume und Kleingewässer sind nicht nur für uns als Betrachter*innen sehr ansprechend, sondern „bauen Brücken“ zwischen den sonst unerreichbaren Biotopen. Aber nicht nur für den regulären Zyklus sind diese Verbindungen elementar. Auch, wenn eine Population zu groß wird und sich einzelne Tiere in andere, ähnlich geschaffene Lebensräume ausbreiten möchten, sind solche Strukturen von großer Wichtigkeit.Aufgrund von Baumaßnahmen und Landschaftszerschneidung verschwinden zunehmend die nötigen Verbindungen und Biotope werden in ihrer Funktionalität und Größe beeinträchtigt. Dies hat zur Folge, dass zum einen die Biotope immer kleiner werden und schließlich zu klein sind, um den dort lebenden Tieren Schutz und Nahrung bieten zu können. Zum anderen führt es zu einer Verarmung der genetischen Vielfalt innerhalb von Populationen, da sich diese mangels der vernetzenden Strukturen nicht mehr mit Individuen anderer Populationen austauschen können. Ein Verlust an Biodiversität ist dadurch vorprogrammiert.
Aus diesem Grund wurde der „Fachplan Landesweiter Biotopverbund Baden-Württemberg“ Fachplan "Biotopverbund" ins Leben gerufen (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/biotopverbund). Dieser soll helfen, ein zusammenhängendes kohärentes Netz unterschiedlicher Biotope zu schaffen, welches den Tieren weiterhin ein freies "Wandern" durch unsere Landschaft ermöglicht. Vor allem in Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel erfüllt der Biotopverbund eine wichtige Rolle, da sich die Lebensräume mancher Arten durch veränderte klimatische Bedingungen verschieben. Der Fachplan teilt die Lebensräume in drei unterschiedliche Kategorien ein, die untereinander vernetzt werden: trockene, mittlere und feuchte Standorte. Im Landkreis Tübingen sind vorwiegend Biotope mittlerer Standorte vernetzt, dazu zählen beispielsweise die zahlreichen blütenbunten Wiesen. Aber auch trockene Standorte (z.B. Magerrasen) und feuchte Standorte (z.B. offene Kleingewässer) kommen vor. Zu den Aufgaben des LEV gehört es, diesen Verbund an Lebensräumen zu stärken.Mit Hilfe des Biotopverbunds kann so ein Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt geleistet werden. Wie dies auf kommunaler Ebene mit einfachen Mitteln und großem Nutzen realisiert werden kann, zeigt ein Video des „Netzwerkes Naturschutz im Regierungsbezirk Tübingen“ am Bsp. von Gewässerrandstreifen der Stadt Dietenheim: https://www.youtube.com/watch?v=wmFiOUiBqr8
Maßnahmen zum Biotopverbund können über die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) gefördert werden:Kommunale Biotopverbund-Planungen (die durch externe Planungsbüros erstellt werden sollen) können mit 90% gefördert werden. Auch Landschaftspflege-Maßnahmen, die im Rahmen des Biotopverbunds dem Erhalt oder der Schaffung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere dienen (z.B. Entbuschungen von Magerrasen, extensive Beweidung wertvoller Biotope usw.) können jetzt auch bei Kommunen mit 70% nach der LPR gefördert werden. Selbstverständlich können die Biotopverbund-Maßnahmen bei Bedarf auch ohne LPR-Förderung über das Ökokonto abgewickelt werden.
Ansprechpartner zur fachlichen und fördertechnischen Beratung rund um den Biotopverbund im Landkreis Tübingen ist Fabian Roser, hier geht es zu seinen Kontaktdaten.

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