Heckenpflege

Die Heckenpflege ist ein wichtiger Baustein der Landschaftspflege und beispielsweise für den Schutz von Feldvögeln im Landkreis Tübingen ein zentraler Bestandteil. Lange Zeit wurden Hecken in der Landschaft kaum noch gepflegt. Dies führte zur Ausbildung hochwüchsiger, dichter und trennender Strukturen. Für zahlreiche Arten wurde jedoch eine Präferenz für sogenannte Niederhecken nachgewiesen. Darunter zählen seltene Vogelarten wie Grauammer, Feldschwirl, Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke, Neuntöter oder Sumpfrohrsänger (ZULA Baur 2017).
Das Auf-den-Stock-setzen einer Hecke, also der Schnitt bis auf das alte Holz in Bodennähe, und die Entfernung von Gehölzen bedeutet dabei nicht eine Zerstörung der Hecken, wie es in der Öffentlichkeit häufig empfunden wird. Es sorgt für eine Verjüngung und Auflichtung des Bestandes, wonach die Gehölze und weitere Pflanzen wie Gräser und Kräuter neu aufwachsen können. Dies fördert den Artenreichtum und die Strukturvielfalt.

Neuntöter © Nils Anthes
Neuntöter © Nils Anthes
Schwarzkehlchen © Nils Anthes
Schwarzkehlchen © Nils Anthes

Heckenpflege im Rebhuhn-Schutzprojekt

Fachgerecht gepflegte Hecke © VIELFALT e.V.
Fachgerecht gepflegte Hecke © VIELFALT e.V.

Besonders im Rebhuhn-Schutzprojekt ist die Heckenpflege zentraler Bestandteil. Das Ziel sind niedrigwüchsige, aufgelichtete Hecken mit lückigen Altgrasbeständen und einem hohen Anteil langsam und verzweigt wachsender Dornensträucher. Hohe Gehölze werden dafür aus dem Bestand genommen, um die Prädationsgefahr durch Raub- und Greifvögel zu reduzieren. Durch Auf-den-Stock-setzen von Gehölzen gelangen Licht und Luft in die überalterten Bestände und bewirken eine Erhöhung des Nahrungsangebots an Sämereien und Insekten für die Feldvögel. Gleichzeitig sorgen Saumstrukturen aus Altgras entlang dieser Hecken für Deckung und Nahrung. Ein Erfolg dieser Maßnahmen kann bereits durch die Zunahme von Rebhuhn-Revieren im Landkreis Tübingen bestätigt werden.

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