Artenreiches Grünland - Wiesen und Weiden

Charakteristische Wiese am Albtrauf © VIELFALT e.V.
Charakteristische Wiese am Albtrauf © VIELFALT e.V.

Unsere Wiesen und Weiden sind durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden. Die traditionelle Bewirtschaftung hat einen hohen Artenreichtum hervorgebracht, der im Landkreis Tübingen noch an einigen Stellen, beispielsweise entlang des Albtraufs, zu erleben ist. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft ist dieser Artenreichtum jedoch inzwischen vielerorts zurückgegangen. Artenreiches Grünland kann deshalb vor allem durch eine extensive Nutzung und Bewirtschaftung erhalten und gefördert werden. Eine kleine Auswahl an blühenden Arten, die auf solchen Wiesen zu finden sind, ist im nachfolgenden Flyer zusammengestellt.

Flyer "Unsere Wiesenblumen" (1,37 MiB)

FFH-Wiesen

Blütenbunte, artenreiche FFH-Wiese © VIELFALT e.V.
Blütenbunte, artenreiche FFH-Wiese © VIELFALT e.V.

Viele dieser "typischen bunten Heuwiesen" - magere Flachland- oder Berg-Mähwiesen - sind nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie im Schutzgebietsnetz Natura 2000 geschützt und unterliegen einer besonderen Bewirtschaftung. Eine FFH-Wiese wird seltener und deutlich später gemäht und gedüngt als heutige Wirtschaftswiesen. Das ermöglicht auch den Aufwuchs von später blühenden Arten und verhindert die Dominanz von stickstoffliebenden Arten. Eine Möglichkeit der Pflege bietet auch die Beweidung, beispielsweise durch Schafe oder Rinder, wenn sie in entsprechender Besatzdichte und -dauer erfolgt und keine Verschlechterung der Artenvielfalt hervorruft. Wiesen und Weiden müssen außerdem generell offen gehalten werden, um licht- und wärmeliebende Arten zu fördern. Das heißt, dass regelmäßige Maßnahmen zur Zurückdrängung von Gebüschen nötig sind. Die Extensivierung der Bewirtschaftung von artenreichem Grünland dient nicht nur dem Schutz vieler Pflanzenarten, sondern erhält diesen Lebensraum auch für zahlreiche Insekten, wie Schmetterlings- und Wildbienenarten. Davon profitieren dann auch Tiere, die die Insekten fressen, z.B. Vögel.
Und letztendlich erfreut eine bunt blühende und vielfältige Wiese auch unsere Sinne.

Ein Gast auf blütenreichen Wiesen: Der Schwalbenschwanz. © Thomas Bamann
Ein Gast auf blütenreichen Wiesen: Der Schwalbenschwanz. © Thomas Bamann

Förderfähig ist die Bewirtschaftung von Grünland - wenn es als FFH-Fläche kartiert wurde - über das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT), wobei sowohl die Artenviefalt als auch die extensive Nutzungsform honoriert wird. Auch über die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) sind Vertragsschließungen möglich, wenn eine extensive Bewirtschaftung oder Beweidung ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und externen Stickstoff-Düngemitteln erfolgt.
Genauere Angaben zu Bewirtschaftung und Fördermöglichkeiten von FFH-Wiesen sind dem beigefügten "Informationsblatt Natura 2000" zu entnehmen.

Infoblatt Natura 2000 "Wie bewirtschafte ich eine FFH-Wiese?" (3,399 MiB)

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